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Radfahren
Göttingen ist eine Fahrradstadt. 36 Prozent der Einwohner*innen steigen regelmäßig auf das Zweirad – für viele ist es sogar das primäre Verkehrsmittel. Denn: Radfahren ist gut fürs Klima, stärkt die Gesundheit und macht Spaß.
Radfahren in Göttingen© Stadt Göttingen/Mischke
Stadtradeln
Rauf aufs Rad fürs Klima!
Die Stadt Göttingen beteiligt sich seit 2014 an der bundesweiten Fahrrad-Aktion Stadtradeln des Klima-Bündnis e.V.. Alle Göttinger*innen sind einmal im Jahr dazu aufgerufen, sich drei Wochen lang klimaschonend fortzubewegen und bei der Aktion mitzumachen.
Dieses Jahr findet die dreiwöchige Stadtradel-Zeit von Sonntag, 31. Mai 2026, bis Samstag, 20. Juni 2026, statt.
Weitere Informationen sowie Infos zur Anmeldung gibt es hier.
Radschnellweg und "Veloroute Weende"
Der Radschnellweg führt vom Göttinger Bahnhof zu den bedeutenden Arbeitsplatzschwerpunkten bestehend aus Universitätsklinikum und großen universitären Einrichtungen. In südlicher Richtung wurde er bis zur Leinebrücke (Rosdorfer Weg) ausgebaut. Eine Karte des Radschnellwegs ist am Ende der Seite als Download zu finden. Etwa zwei Kilometer verlaufen als Fahrradstraßen zusammen mit dem übrigen Verkehr. Separate Anlagen für den Radverkehr, mit großzügigen Breiten von drei bis vier Meter bei Zweirichtungsradwegen, wurden auf den restlichen drei Kilometer geschaffen oder vorhandene modernisiert und erweitert. Je nach Höhe des Radverkehr-Aufkommens und nach Verkehrslage kommt es zu einer grünen Welle für den Radverkehr, der durch Zählschleifen im Radweg gemessen wird. Der Radweg wird außerdem bei winterlichen Straßenverhältnissen bevorzugt geräumt.
Die "Veloroute Weende" ist rund zwei Kilometer lang und stellt seit 2022 eine schnelle und sichere Verbindung für Radfahrende zwischen der Einmündung Christophorusweg in der Nordstadt und dem Weendespring in Weende her. Gemeinsam mit dem Radschnellweg bildet sie die zentrale Achse zwischen Weende und der Göttinger Innenstadt.
Fahrradstraßen
Fahrradstraßen machen das Radfahren in Göttingen sicher und attraktiv: Als bevorrechtigten Verkehrsbeteiligten steht Menschen, die mit dem Rad unterwegs sind, mehr Straßenraum zur Verfügung als auf den üblichen Radwegen. Kraftfahrzeuge müssen sich in ihrer Geschwindigkeit anpassen.
Die Stadt unterstützt den Umstieg auf das umweltfreundliche Rad und leistet mit zahlreichen Göttinger Fahrradstraßen einen weiteren Beitrag zur Verkehrsberuhigung in den anliegenden Wohngebieten. Einige hiervon wurden im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (Förderkennzeichen 03K13563) gefördert.
Die südliche Fahrradstraße führt durch die Sternstraße, die Elbinger Straße, die Ortelsburgerstraße und die Groscurthstraße. Zur sicheren Anbindung der Schulen wurde 2023 der Schulweg (Förderkennzeichen 03K13563) zur Fahrradstraße ausgebaut.
Die östliche Fahrradstraße führt über den Hermann-Föge-Weg, die Roedererstraße, den Plesseweg, den Albrecht-Thaer-Weg und den Papenberg bis an die Lutter sowie über die Gutenbergstraße und die Von-Bar-Straße an das Hochschulsportzentrum.
Die nördliche Fahrradstraße wurde als attraktive Vorrangroute für den Radverkehr und mit Hilfe der Nationalen Klimaschutzinitiative (Förderkennzeichen 03K13563) ausgehend vom Christopherusweg bis in den Weender Norden ausgebaut.
Die westliche Fahrradstraße führt durch das Leineviertel über die Straßen Am Gartetalbahnhof, Leinestraße und Eisenbahnstraße.
Um das Radverkehrsnetz weiter auszubauen und Lücken zu schließen, ist die Einrichtung zwei weiterer Fahrradstraßen, die Bestandteil des RVEP (Radverkehrsentwicklungsplans) sind, vorgesehen. Diese sind im Netzzusammenhang betrachtet von wesentlicher Bedeutung.
Folgende Fahrradstraßen sollen das Radroutennetz weiter ergänzen:
Route 1: Bühlstraße – Wöhlerstraße – Wilhelm-Weber-Straße (650 Meter)
Route 2: Hospitalstraße – Gartenstraße – Marienstraße – Schiefer Weg – Am Gailgraben (1,3 Kilometer)
Die Route 1 schafft eine vielgenutzte Verbindung zur Fahrradstraße Goßlerstraße – und im weiteren Verlauf nach Weende – und schließt an die derzeit in Planung befindliche Umfahrung des Cheltenhamparks in südlicher Richtung, mit Netzanbindung an die Fahrradstraße Sternstraße / Elbinger Straße, an.
Die Route 2 bietet eine komfortable und sichere Alternative zur Bürgerstraße, die als Hauptverkehrsstraße eine hohe Verkehrsbelastung aufweist.
Beide Routen werden bereits vielfach durch den Radverkehr genutzt und sollen durch einen Umbau den Anforderungen einer Fahrradstraße Rechnung tragen und damit eine sichere Radverkehrsführung bieten.
In Fahrradstraßen sind Fahrräder und Elektrokleinstfahrzeuge zugelassen, andere Fahrzeuge sind grundsätzlich verboten und müssen durch Zusatzzeichen (z. B. Anlieger oder Kfz frei) zugelassen werden. Als Empfehlung der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) wird eine Mindestbreite der Fahrgasse von vier Meter genannt, um den Begegnungsverkehr (Pkw und Radfahrende) sicher zu ermöglichen. Durch eine einheitliche Markierung und die Ausweisung als Fahrradstraße werden die Routen für Radfahrende und andere Verkehrsteilnehmende im Straßenbild sichtbar und als Wegweisung erkennbar.
Weitere Informationen gibt es in einer Broschüre als Download am Ende dieser Seite.
Abstellplätze
Das Fahrradparken in der Göttinger Innenstadt sowie am Bahnhof wird sukzessive ausgeweitet.
Am Bahnhof in Göttingen wurden auf der Ostseite im Jahr 2012 die Abstellanlagen komplett erneuert und erweitert. Insgesamt stehen auf der Ostseite 1.600 Stellplätze sowie das Fahrradparkhaus mit 700 Stellplätzen zur Verfügung. Darüber hinaus befindet sich neben dem Fahrradparkhaus am Bahnhof auch in der Hospitalstraße ein Fahrradparkhaus mit über 100 Stellplätzen. In beiden Fahrradparkhäusern befinden sich auch sogenannte Ladeschränke in denen Fahrradakkus in Schließfächern geladen werden können.
Auf der Westseite des Göttinger Bahnhofes wurde die in die Jahre gekommene Fahrradabstellanlage von Grund auf erneuert und erweitert. Seit Oktober 2022 stehen dort 300 überdachte Radabstellplätze in Form von beidseitigen Doppelstockanlagen zur Verfügung. Die grundlegende Erneuerung der Fahrradabstellanlage auf der Bahnhofswestseite erfolgte überwiegend mit Hilfe der Nationalen Klimaschutzinitiative (Förderkennzeichen: 67K18125).
Seit Sommer 2021 betreiben die Stadtwerke insgesamt zehn Fahrradboxen, die auch über Ladevorrichtungen verfügen.
Fahrrad-Abstellplätze können in der Stadt Göttingen über den interaktiven Stadtplan aufgerufen werden. Hier geht es zum Fahrradstadtplan.
Radverkehrsentwicklungsplan
Der Radverkehrsentwicklungsplan (RVEP) konkretisiert den Klimaplan Verkehrsentwicklung der Stadt Göttingen auf das Handlungsfeld „Neue Wege für das Rad“.
Ostumfahrung
Die Ostumfahrung verbindet die Fahrradstraße Sternstraße Richtung Norden und bietet eine Umfahrung des sich derzeit im Umbau befindlichen Cheltenhamparks. Die Maßnahme Ostumfahrung wird zunächst durch die Markierung der Fahrradstraße im nördlichen Bereich des Schildwegs umgesetzt. Die Markierungsarbeiten erfolgen im November. Ein Umbau des südlichen Bereichs, in dem ein geschützter Radfahrstreifen, einer sogenannten "Protected Bike Lane", errichtet werden soll, erfolgt 2025.
Piktogramm-Ketten
Piktogramm-Ketten sind sich wiederholende Fahrrad-Piktogramme.
Sie verdeutlichen Rad- und Kfz-Fahrenden auf Straßen ohne Radverkehrsanlage, dass die Fahrbahn von Radfahrenden genutzt wird. Sie sollen die Sicherheit der Radfahrenden erhöhen und eine Akzeptanz des Radverkehrs auf der Straße schaffen. Ein Kriterienkatalog für die Nutzung von Piktogramm-Ketten wurde bereits erstellt. Die Vorplanung für die Markierung auf der Wiesenstraße sowie der Straße Gesundbrunnen in Elliehausen ist abgeschlossen. Ein Markierungsplan befindet sich in Erarbeitung.
Dooring Zone
Die sogenannte Dooring Zone, ist eine Visualisierung des Sicherheitstrennstreifens zwischen dem Radverkehr und parkenden Autos. Die Dooring Zone ist 0,75 Meter breit und soll Unfälle in Folge von unachtsam geöffneten Autotüren vorbeugen. Sie soll weder vom Radverkehr befahren, noch soll der Kfz-Verkehr hier parken.
Die Markierung erfolgt in Göttingen zunächst in den Fahrradstraßen, entlang von Parkständen. Es gibt bundesweit keine einheitliche Gestaltung der Dooring Zonen.
In Göttingen haben wir uns entschieden, eine blaue Schraffur zu nutzen. Die blaue Farbe findet sich auch in den Markierungen entlang des Radschnellwegs wieder.
Wegfall von Stellplätzen
Für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden werden an ausgewählten Orten, überwiegend in Fahrradstraßen, Stellplätze im Straßenraum entfernt.
Durch den Wegfall von Stellplätzen findet eine Umverteilung der zur Verfügung stehenden Flächen statt. Dadurch können nicht nur Fahrradfahrende in Fahrradstraße bequem nebeneinander fahren, es entstehen auch weniger Konflikte mit entgegenkommenden Kraftfahrzeugen und auch die vorgegebenen Überholabstände können eingehalten werden.
So erhalten Radfahrende auf Fahrradstraßen den Vorrang, den sie erhalten sollen. Außerdem wird in Straßen, mit einer erhöhten Dooring-Gefahr diese eliminiert.
Radentscheid
Die im Bürgerentscheid für Radverkehr 1 hinterlegten Ziele, den Radverkehr in Göttingen sicherer und attraktiver zu machen, wurden von den Bürger*innen bestätigt.
Zur Umsetzung der im Radentscheid verankerten Maßnahmen sowie weiterer Maßnahmen der Verwaltung wird eine Prioritätenliste erstellt und die umzusetzenden Maßnahmen in kurz-, mittel- und langfristige Ziele eingeteilt. Beispielsweise werden fortlaufend Knotenpunkte umgebaut und sogenannte ARAS (aufgeweitete Radaufstellflächen) an Ampeln markiert, Rotmarkierungen an Gefahrenstellen oder Unfallschwerpunkten angebracht und weitere Fahrradstraßen ausgewiesen. Zudem wird der Winterdienstplan überarbeitet, sodass das Radroutennetz bei der Räumung eine höhere Priorisierung erhält.
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

