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Sanierung des Otfried-Müller-Hauses
© Wolff Gruppe GmbH
Das Otfried-Müller-Haus (OMH) wird umfassend modernisiert und erweitert. Die Stadt Göttingen macht das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1837 damit fit für die Zukunft – mit moderner Technik, besserer Barrierefreiheit und einem neuen, zeitgemäßen Anbau.
Ziel der Sanierungsmaßnahmen ist es, am Wochenmarktplatz wieder einen attraktiven Kulturort für alle Göttingerinnen und Göttinger, mitten in der Innenstadt zu schaffen. Der Abschluss der Arbeiten ist für Ende 2027 geplant. Im Frühjahr 2028 soll das Junge Theater Göttingen, das seit 1976 im Otfried-Müller-Haus arbeitet, wieder in sein Stammhaus zurückkehren.
Ausgangslage
Das traditionsreiche Gebäudeensemble in der Hospitalstraße besteht aus zwei historischen Bauwerken, die beide unter Denkmalschutz stehen: der 1837 erbauten Villa und dem 1857 entstandenen Saalbau.
Nach vielen Jahren der Nutzung entsprach das Haus nicht mehr den Anforderungen an moderne Veranstaltungsräume hinsichtlich Sicherheit und Barrierefreiheit. Bereits 2019 musste das Junge Theater daher in die ehemalige Voigt-Realschule in der Bürgerstraße ausweichen. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird es in sein Stammhaus zurückkehren.
Sanierung
Die beiden denkmalgeschützten Hauptteile – die Villa und der Saalbau – werden originalgetreu restauriert. Dabei werden historische Details wie Deckenmalereien, Fenster und die Fassadengestaltung behutsam erneuert. Gleichzeitig erhält das Gebäude eine komplett neue technische Infrastruktur: moderne Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Bühnentechnik und Sicherheitssysteme.
© Wolff Gruppe GmbH
Ein Neubau an der Nordseite des Hauses wird die Nutzungsmöglichkeiten erweitern. Hier entstehen eine Bühne für Proben und kleinere Aufführungen, Künstler*innengarderoben, eine Schneiderei für Kostüme, Werkstätten und Lagerräume sowie eine moderne Anlieferzone für Lastkraftwagen. Auch der Große Saal, das Herzstück des Theaters, wird aufgewertet. Er bietet künftig 235 Sitzplätze, bei Sonderveranstaltungen bis zu 400. Eine neue Bühnen- und Lichttechnik sorgt dafür, dass hier modernste Produktionen stattfinden können.
Erstmals wird das Otfried-Müller-Haus für alle Menschen uneingeschränkt zugänglich. Dafür sorgen barrierefreie Eingänge mit Rampen, zwei neue Aufzüge, behindertengerechte Toiletten, ein All-Gender-WC sowie eine verbesserte Wegeführung im Haus. Bei der Sanierung werden auch alle brandschutztechnischen Vorgaben umgesetzt. Zudem findet eine umfassende Schadstoffsanierung statt, um ein gesundes Raumklima zu schaffen – ein wichtiger Schritt nach dem langen Leerstand.
© Wolff Gruppe GmbH
Auch die Außenanlagen rund um das Gebäude werden neugestaltet. Dabei knüpft das Konzept an den ursprünglichen Garten von Karl Otfried Müller an. Grünflächen, ein Gründach über dem neuen Anbau und eine harmonische Einbindung in den Wochenmarkt sollen das Haus auch von außen zu einem einladenden Ort machen.
Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf voraussichtlich 24,8 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Reserve von etwa 3,2 Millionen Euro für unvorhersehbare Arbeiten und Preissteigerungen.
Besondere Aktion: Kunst am Bauzaun
Der Bauzaun am Otfried-Müller-Haus (OMH) wurde inzwischen künstlerisch gestaltet.
© Stadt Göttingen
Die Seite entlang der Hospitalstraße (Südseite) zeigt folgende Persönlichkeiten (von rechts nach links):
Otfried Müller, geboren am 28. August 1797, gestorben am 1. August 1840, wurde 1823 Professor und Mitglied in der Göttinger Sozietät der Wissenschaften. In der einstigen Villa des Gelehrten hat heute das Junge Theater Göttingen seinen originären Stammsitz. Dorthin wird es nach der Sanierung des Gebäudes Ende 2027/Anfang 2028 zurückziehen.
Barbara, geboren am 9. Juni 1930, gestorben am 24. November 1997, war eine französische Chansonnière, Liedtexterin und Komponistin. Sie hat unter anderem den vor allem in Frankreich bekannten Göttingen-Chanson gesungen.
Evelyn Hamann, geboren am 6. August 1942, verstorben am 28. Oktober 2007, war eine deutsche Schauspielerin, Komikerin und Synchronsprecherin. Bekannt wurde sie insbesondere durch ihre Zusammenarbeit mit dem Komiker Loriot, mit dem sie fast drei Jahrzehnte in Sketchen und Filmen auftrat. 1968 erhielt sie am Deutschen Theater in Göttingen ihr erstes Engagement
Bruno Ganz, geboren am 22. März 1941, verstorben am 16. Februar 2019 war ein international tätiger Schweizer Schauspieler. Ganz zählte zu den bedeutendsten Theater- und Filmschauspielern im deutschsprachigen Raum und war ab 1996 bis zu seinem Tod der Träger des Iffland-Ringes.
Luc Bondy, geboren am 17. Juli 1948, verstorben am 28. November 2015, war ein im deutschsprachigen Raum bedeutender Theater-, Film- und Opernregisseur.
Die Seite zum Wochenmarkplatz (Ostseite) zeigt Waren, die dort typischerweise dort verkauft werden.
© Stadt Göttingen
Bisherige Schritte
- Seit 2024 sind zahlreiche Untersuchungen erfolgt, um die Sanierung vorzubereiten. Dazu gehörten Gutachten zur Bodenbeschaffenheit und der historischen Bausubstanz sowie erste Rückbauarbeiten.
- Mitte Februar 2025 konnte die Vorentwurfsplanung abgeschlossen werden.
- Ende Juli 2025 wurde die Entwurfsplanung vorgelegt. Sie ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem beteiligten Generalplaner, der Wolff Gruppe GmbH.
- Im Herbst 2025 starteten sichtbare Arbeiten vor Ort. Anfang Oktober 2025 begannen Rückbauarbeiten in Vorbereitung auf die anstehende Schadstoffsanierung im Gebäude. Im Rahmen der Arbeiten wurden zum Beispiel Leitungen und Kabel, Lampen, Schränke und Sanitärobjekte entfernt. Denkmalgeschützte Türen, das historische Treppenhaus und die bereits erneuerten Fenster wurden durch Schutzmaßnahmen gesichert.
- Anfang November 2025 startete im Haus eine Schadstoffentsorgung als weitere Vorbereitung für die eigentlichen Bauarbeiten.
- Mitte Februar 2026 begann die eigentliche Sanierung mit Abbrucharbeiten.
- Anfang Mai war das Theatergebäude vollständig entkernt und der Funktionsanbau abgerissen. Zudem wurde das Gebäude eingerüstet, damit die Sanierungsarbeiten am Dach starten können. Etwa Mitte Mai werden die Rohbauarbeiten für den Neubau beginnen.
- Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant, die Wiedereröffnung als Theater für das Frühjahr 2028.
Kontakt
| H. Schwalb | |
| Zuständiger Fachdienst Kultur- und Sonderbauten (Leitung) Telefon: 0551/400-2947 | |
