Grube Befund 6 im Profil© Streichardt & Wedekind Archäologie (SWA)
Die Grube Befund 4 (rechts im Bild) schneidet durch die Auffüllung Befund 5 und einen älteren Humusboden in die anstehenden Bodenschichten.© Streichardt & Wedekind Archäologie (SWA)Die Abrissarbeiten eines südlich anschließenden Kellers erlaubten einen Blick in seit Jahrtausenden dort liegenden natürlichen Bodenschichten noch aus der Eiszeit. In diese waren in Gruben eingetieft, die sich als Verfärbungen deutlich vom übrigen Boden abzeichneten. Sie enthielten älteres Fundmaterial, das bisher noch nicht sicher datiert werden konnte. Die schwer einzuordnende Grobkeramik aus Lehm könnte aus vorchristlichen Jahrhunderten (archäologisch: vorrömische Eisenzeit) stammen oder auch in die ersten Jahrhunderte nach Christus datieren.
Die Gruben 7 und 8 zeichnen sich deutlich sichtbar vom gelben anstehenden Boden ab.© Streichardt & Wedekind Archäologie (SWA)Der Ortsname des Alten Dorfes Gutingi wurde später auf die um 1170/1175 gegründete Stadt übertragen. Erst im frühen 14. Jahrhundert wurde das Dorf in die Stadt integriert, zuvor lag es außerhalb der Mauern und seine Bewohner besaßen nicht die Privilegien der Stadt.
Baufortschritt am OMH
Die Bauarbeiten am OMH sind parallel zu den archäologischen Untersuchungen in vollem Gang. Der Funktionsanbau ist bereits vollständig abgerissen, das Theatergebäude vollständig entkernt. Mehrere Tonnen Schadstoffe wurden entsorgt und Vorbereitungen für die nächsten Bauarbeiten wurden getroffen. So wurden etwa schützenswerte Türbalken und Treppengeländer mit Spanplatten ummantelt, um sie während der Bauarbeiten zu schonen. Zur Verbesserung des Baugrunds werden derzeit außerdem etwa drei Meter tiefe Löcher in den Untergrund gebohrt, um dort Betonsäulen zu errichten.
Zwischenzeitlich wurde das Gebäude für Dacharbeiten eingerüstet, damit die Sanierungsarbeiten am Dach des OMH Anfang Mai 2026 starten können. Etwa Mitte Mai werden die Rohbauarbeiten für den Neubau beginnen. In der Zwischenzeit wird ein Konzept für die Innenarchitektur entwickelt, welches dann mit dem Denkmalschutz abgestimmt wird. Insgesamt liegt das Projekt im Zeit- und Kostenrahmen. Die Bauarbeiten sollen Ende 2027 abgeschlossen sein, das Junge Theater soll Anfang 2028 wieder auf der Bühne stehen. Stadtbaurat Frithjof Look betont: „Dank der guten Vorbereitungen läuft das Projekt planmäßig. Nicht zuletzt auch die robuste Struktur des Otfried-Müller-Hauses spricht für eine ausgezeichnete Architektur der Villa. Das hilft uns jetzt, das Vorhaben voranzubringen.“
Weitere Informationen zur Sanierung des OMH gibt es hier.
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