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Masch-Straßen-Viertel
In der Oberen- und Unteren-Masch-Straße sollen Baumaßnahmen durchgeführt werden, um die Aufenthalts- und Lebensqualität für Anwohnende zu verbessern. Die Sicherheit für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen soll erhöht und die soziale Interaktion gefördert werden. Außerdem soll mehr Grün in den Masch-Straßen Platz finden, das die Straßen verschönert, kühlt und zur Klimaanpassung beiträgt.
Die Masch-Straßen sind Teil des Sanierungsgebiets Nördliche Innenstadt. Bereits seit 2019 werden Maßnahmen entwickelt und getestet, die in diesen Wohnstraßen den Verkehr beruhigen sollen. Die 2022 provisorisch eingerichtete Durchfahrtssperre, durch die es für den motorisierten Verkehr nicht mehr möglich ist, aus der Berliner Straße in die Masch-Straßen zu fahren, hat sich bewährt und bleibt bestehen.
Nach einer Öffentlichkeitsbeteiligung im September 2025 hat der Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke im Dezember 2025 entschieden, wie es im Masch-Straßen-Viertel weitergehen soll.
Aktueller Stand der Planung
Das mit der Planung beauftragte Planungsbüro Pesch Partner Architektur Stadtplanung aus Dortmund hat verschiedene mögliche Planungsvarianten für das Masch-Straßen-Viertel erarbeitet.
Unter Einbeziehung der Rückmeldungen der Öffentlichkeit, die von Fachleuten aus der Stadtverwaltung zusammengefasst und bewertet wurden, hat der Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke am 4. Dezember 2025 entschieden, welche Planungsvarianten weiterverfolgt werden und wo es noch Anpassungen geben wird.
Im Laufe des Jahres 2026 sollen die beschlossenen Planungsvarianten ausgearbeitet und mit den Leitungsträgern abgestimmt werden. Ab 2027 soll der Umbau beginnen.
Untere-Masch-Straße
Für die Untere-Masch-Straße, sowie für den Platz der Synagoge werden die in der Vorplanung erarbeiteten punktuellen Verbesserungsmaßnahmen weiter ausgearbeitet und vorbereitet:
- Vergrößerung der Baumscheiben
- Anlegen von Grünbeeten
- Installation von Trinkbrunnen
- Verkehrsberuhigungsmaßnahmen
- Optimierung der Parkplatzsituation
- Bereitstellung von Fahrradabstellmöglichkeiten
- Einrichtung von Lademöglichkeiten für E-Autos
Außerdem soll der Platz der Synagoge unter Beachtung des Denkmalschutzes behutsam instandgesetzt und aufgewertet werden. Die Planungen werden mit der Oberen Denkmalschutzbehörde abgestimmt.
Obere-Masch-Straße
Die Obere-Masch-Straße soll umfassend neugestaltet werden. Hier standen zwei verschiedene Gestaltungsvarianten zur Auswahl, die sich insbesondere hinsichtlich der Straßenaufteilung unterscheiden. Der Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke hat entschieden, dass die Planungsvariante 2 weiterverfolgt und ausgearbeitet werden soll. Diese Variante zeichnet sich durch eine umfangreiche Begrünung des Straßenraums aus und wurde auch in der Öffentlichkeitsbeteiligung favorisiert. Da es zu den vorgesehenen Sitzmöglichkeiten in der Oberen-Masch-Straße kontroverse Rückmeldungen gab, hat der Ausschuss beschlossen, diese auf eine seniorengerechte Bank im direkten Straßenverlauf zu reduzieren. Weitere Sitzmöglichkeiten sollen im Bereich der Durchfahrtssperre und am Platz der Synagoge eingeplant werden.
Variante 1 sah eine einseitige Baumreihe mit begrünten Beeten vor, die durch Parkplätze unterbrochen werden. Am südlichen Auftakt sowie auf Höhe von Hausnummer 5 hätten großflächige Beete mit mehreren Baumstandorten zusammengefasst werden können. Die Variante enthielt außerdem Maßnahmen zur besseren Versorgung der Pflanzen mit Regenwasser sowie die Aufstellung von Fahrrad-Abstellanlagen und Sitzbänken.
Variante 2 beinhaltet umfassendere Maßnahmen zum Schutz vor den Folgen des Klimawandels, insbesondere vor Hitze und Starkregenereignissen. Neben neuen Baumstandorten mit Beeten ist die Einrichtung eines sogenannten Retentionsstreifens vorgesehen, in dem Regenwasser gestaut und gespeichert werden kann. Er soll mit Pflanzen und zehn weiteren Bäumen begrünt werden und diesen eine optimale Bewässerung bieten. Von den geplanten Sitzbänken wird in der weiteren Planung eine Bank vorgesehen.
Beide Varianten sehen vor, die Anzahl der Stellplätze zu Gunsten der geschilderten Elemente zu verringern. Die Planungen nach Variante 2 sehen die Reduktion von Stellplätzen um etwas mehr als die Hälfte vor.
Obere-Masch-Straße - Variante1 (Ausschnitt) | Variante2 (Ausschnitt) | ||
Variante 1 (Querschnitt) | Variante 2 (Querschnitt) |
Durchfahrtssperre zur Berliner Straße
Die Durchfahrtssperre zur Berliner Straße soll bestehen bleiben und der Bereich entsprechend umgestaltet werden, wobei die Möglichkeit einer temporären Durchfahrt für den Kraftfahrzeugverkehr gegeben bleiben muss, etwa falls Bauarbeiten im Viertel durchgeführt werden müssen. Außerdem bleibt die Verbindung zur Berliner Straße für den Rad- und Fußverkehr geöffnet. Für die Gestaltung des Bereichs um die Durchfahrtsperre gab es ebenfalls zwei Gestaltungsvarianten, die sich hinsichtlich der Wegeführung und der Position der Beete unterscheiden. Laut Beschluss soll die Variante 1 weiterverfolgt werden: Der Fußverkehr soll künftig durch eine „grüne Insel“ gelenkt, während der Radverkehr nach Fahrtrichtung getrennt um das Beet herumgeführt wird. Durch die Versetzung mobiler Grünelemente kann die Straße bei Bedarf kurzfristig für den Autoverkehr geöffnet werden, etwa falls die Verbindung als Umleitung gebraucht wird.
Öffentlichkeitsbeteiligung
Bisherige Beteiligungsangebote
Im Rahmen einer Info-Veranstaltung am Dienstag, 2. September 2025, wurden Planungsstand und mögliche Gestaltungsvarianten vorgestellt und diskutiert. Die Hinweise und Anregungen der Öffentlichkeit zu den geplanten Maßnahmen wurden geprüft und bei der Entscheidung, welche Planungsvarianten weiter ausgearbeitet und umgesetzt werden, berücksichtigt.
Die Präsentationen der Veranstaltung sowie die Dokumentation der Hinweise der Öffentlichkeit können auf dieser Seite unter Downloads eingesehen und heruntergeladen werden.
Bereits zur Einrichtung des Sanierungsgebiets Nördliche Innenstadt 2018/19 wurde die Öffentlichkeit in die Planungen einbezogen. Zur Erstellung der sogenannten Vorbereitenden Untersuchungen (s.u.) gab es die Möglichkeit, Hinweise zur Situation in der nördlichen Innenstadt und Anmerkungen zu möglichen Verbesserungen abzugeben, so auch zum Masch-Straßen-Viertel. Insbesondere in einer Beteiligungsveranstaltung im März 2018, sowie Befragungen aller Haushalte sowie der Eigentümer*innen in der nördlichen Innenstadt kamen viele Rückmeldungen zusammen.
Um den durch Errichtung der Durchfahrtssperre entstandenen Treffpunkt einzuweihen, veranstaltete das Quartiersmanagement Nördliche Innenstadt am 25. Juni 2022 ein Fest für Anwohnende, Nutzer*innen und alle Interessierten. Der Ort wird seitdem für verschiedene Aktivitäten genutzt. Im Frühjahr 2024 hat dort eine Mitmach-Kunstaktion mit der Künstlerin Katrin Leitner-Peter stattgefunden. Diese Aktion sollte einen Einstieg für die Bürger*innen in die bevorstehende Umgestaltung des Viertels schaffen. Ihre Wünsche und Ideen für die bevorstehende Neugestaltung wurden gesammelt und dienten als eine Grundlage für die vorliegende Planung
Ausgangslage und Ziele
Die Probleme und Herausforderungen im Masch-Straßen-Viertel wurden in den Vorbereitenden Untersuchungen für die nördliche Innenstadt zusammengefasst. Dieses Dokument enthält auch eine Reihe von Maßnahmen, die die Situation im Viertel verbessern sollen, sowie die Ziele dieser Maßnahmen:
- Das Masch-Straßen-Viertel soll als Wohnviertel bewahrt werden.
- Dazu soll es im Viertel v.a. nachts ruhiger werden.
- Der Platz der Synagoge soll zu einem ruhigen Quartiersplatz werden: sozialer Ort bei Tag, Ruhepol bei Nacht – dem Wohnen ringsum und dem historischen Ort angemessen.
- Es sollen mehr Flächen für Fußgänger*innen und Fahrräder, für Stadtgrün und zum Aufenthalt zur Verfügung stellen. Die Flächen zum Parken und Fahren werden reduziert.
- Belastungen durch den Autoverkehr sollen reduziert werden.
- Der öffentliche Raum soll aufgewertet werden, die Aufenthaltsqualität verbessert.
- Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels und zur Modernisierung der grün-blauen Infrastruktur inklusive Regenwassermanagement sollen geprüft und umgesetzt werden.
- Fuß- und Radverkehr sowie der ÖPNV sollen gestärkt werden.
- Der öffentliche Raum soll barrierefrei gestaltet werden.
Verkehrsversuch und neue Verkehrsführung
Die Verbesserung der Verkehrssituation im Bereich des Masch-Straßen-Viertels ist eine der in den Vorbereiteten Untersuchungen (VU) verankerten Maßnahmen. Im Rahmen der damaligen Beteiligung wurden durch Anwohnende zahlreiche Missstände geschildert, wie zu schnelles Fahren, Probleme bei Begegnungsverkehr, ein allgemein erhöhtes Unsicherheitsgefühl für Fußgänger*innen und Radfahrende und ein hohes nächtliches Verkehrsaufkommen mit Lärmbelästigung durch laufende Motoren, Musik und Türenschlagen.
Als Grundlage für die Umsetzung der Maßnahme hat die Stadt Göttingen ein Verkehrsgutachten für diesen Bereich beauftragt. In diesem Gutachten wurde das Straßendreieck zwischen Obere-Masch-Straße, Untere-Masch-Straße und Goethe-Allee sowie die unmittelbar angrenzenden Bereiche im Bestand bewertet und Vorschläge für eine Verkehrsberuhigung entwickelt.
Im Verkehrsgutachten wurde festgestellt, dass es in den beiden Masch-Straßen Verbesserungsbedarf bei der Verkehrsnutzung gibt. Unter anderem soll der Parksuch- und Schleichverkehr durch das vornehmlich dem Wohnen dienende Gebiet zukünftig unterbunden werden sollen. Darüber hinaus sollten sichere Querungen geschaffen und die Barrierefreiheit verbessert werden.
Im Rahmen eines Modellversuchs zur Verkehrsberuhigung im Viertel wurde die Durchfahrt in die Obere- und Untere-Masch-Straße aus Richtung Berliner Straße Ende Juni 2022 für den motorisierten Verkehr gesperrt. Bis Ende des Modellversuchs im Dezember 2022 konnten Bürger*innen ihre Anregungen und Rückmeldungen zum Modellversuch einbringen. Zudem haben im Mai und September 2022 Verkehrszählungen stattgefunden, um zu untersuchen, wie sich die Verkehre durch die Sperrung der Durchfahrt verlagern. Das Planungsbüro PGT aus Hannover hat den Verkehrsversuch begleitet und im Rahmen eines Gutachtens ausgewertet. Am 20. Februar 2023 wurden die Ergebnisse des Modellversuchs im Rahmen eines Infoabends in der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, öffentlich vorgestellt und diskutiert.
Der Kraftfahrzeugverkehr in den beiden Straßen wurde während des Untersuchungszeitraumes mehr als halbiert gegenüber der Verkehrszählung im Mai ohne Durchfahrtssperre. Die befürchteten Ausweichverkehre sind nur sehr gering ausgefallen und wurden als vertretbar eingestuft. 70 Prozent der im Beteiligungsprozess involvierten Bürger*innen sprachen sich zudem für eine Beibehaltung der Sperre aus. Das detaillierte, schriftliche Gutachten gibt es hier.
Basierend auf der Empfehlung des Planungsbüros hat die Verwaltung einen Vorschlag zur Verstetigung der Durchfahrtssperre erarbeitet, der am 20. April 2023 vom Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke einstimmig beschlossen wurde. Seitdem ist die Einfahrt in die Obere-Masch-Straße für PKW nur von der Goethe-Allee aus möglich. Es wurde eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet, die von der Obere- in die Untere-Masch-Straße und zurück auf die Goethe-Allee führt. Fahrräder können weiterhin in beide Richtungen fahren und die Durchfahrt passieren. Die Zufahrt Richtung Reitstallstraße und Parkhaus am Carré ist von der Absperrung nicht betroffen und unverändert möglich.
Downloads
- Infoflyer: Modellversuch Masch-Straßen-Viertel
- Gutachten zum Modellversuch Mach-Straßen-Viertel
- Betroffenheit Klimagefahren Starkregen und Hitze (Präsentation vom 2. September 2025)
- Öffentlichkeitsbeteiligung (Präsentation vom 2. September 2025)
- Präsentation Goethe-Allee Aufenthaltsqualität (Präsentation vom 2. September 2025)
- Verbesserung der Aufenthaltsqualität - Plan (Präsentation vom 2. September 2025)
- Dokumentation der Öffentlichkeitsbeteiligung und Abwägungstabelle
Kontakt
| M. Welslau | |
| Zuständiger Fachdienst Stadtplanung Neues Rathaus, Raum: 1112 , 11. OG Hiroshimaplatz 1-4 37083 Göttingen Telefon: 0551/400-2556 | |
