Seiteninhalt
Quartiersplatz „Grüne Mitte Ebertal“
Im Rahmen der städtebaulichen Umstrukturierung des Sanierungsgebietes „Grüne Mitte Ebertal“ entstehen nicht nur neue Gebäude und Wohnungen, sondern auch ein neuer Quartiersplatz.

Der zukünftige Quartiersplatz soll lebendiger Treffpunkt für alle Menschen aus dem Ebertal werden. Er soll der „Grünen Mitte Ebertal“ als neuer Mittelpunkt dienen und ein zentraler Ort für Nachbarschaftsfeste, zum Entspannen und Spielen oder Treffpunkt für die vielen Gruppen und Initiativen aus dem Ebertal werden.
Der Platz wird Elisabeth-Selbert-Platz heißen. Damit soll an die Politikerin und Rechtsanwältin Elisabeth Selbert (1896-1986) erinnert werden, die dafür sorgte, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau in das deutsche Grundgesetz aufgenommen wurde. Sie hatte in den 1920er Jahren Rechtswissenschaften in Göttingen studiert und 1930 hier auch promoviert.
Planungswettbewerb
Zur Ermittlung der bestmöglichen Gestaltung des Platzes fand ein freiraumplanerischer Wettbewerb statt. Den ersten Platz erlangte der Entwurf von studio grüngrau. Ein freiraumplanerischer Wettbewerb ist ein Verfahren zur Gestaltung von öffentlichen Räumen wie Plätzen und Parks, bei dem bestimmte Regeln und Vorgehensweisen gelten.
Bei diesem Wettbewerb reichten neun Planungsbüros Gestaltungsideen für den gesamten Platzbereich zwischen der Straße Am Steinsgraben und dem Lönsweg ein. Am 25. Februar 2026 beriet die Wettbewerbsjury über die besten Entwürfe. Der Gewinner-Entwurf soll nun in Absprache zwischen Gestaltungsbüro und Stadtverwaltung verfeinert und im Detail angepasst werden. Parallel werden die Planungen für angrenzende Bereiche im Ebertal durchgeführt, um eine gesamtheitliche Umgestaltung aufeinander abzustimmen.
Die neunköpfige Wettbewerbsjury setzte sich zusammen aus dem Stadtbaurat, Landschaftsarchitekt*innen, Vertreter*innen der Ratspolitik und der Städtischen Wohnungsbau GmbH (SWB). In der Jurysitzung waren außerdem Bürger*innenvertreter und Vertreter der Architektenkammer Niedersachen als Beratende ohne Stimmrecht dabei.
1. Platz: Studio grüngrau
Der Entwurf des Düsseldorfer Büros studio grüngrau hat die Jury besonders überzeugt. Die räumliche Aufteilung in ein breites und aktives Bewegungs- und Aufenthaltsband im Osten und eine ruhige sowie begrünte westliche Platzseite prägen den Entwurf. Durch die Unterteilung in verschiedene Bereiche wie eine grüne Transfer-Zone im Norden, dem Quartiersplatz mit Wasserspiel im Zentrum und einem ruhigen und begrünten Rückzugsraum im Süden ist der Platz auf verschiedene Weisen gleichzeitig nutz- und erlebbar.
Der Entwurf geht auf die Höhenunterschiede des Areals ein und sieht barrierefreie Verbindungen vor. Der bestehende Baumbestand wird geschickt in die grüne Gestaltung einbezogen. Mit einem hohen Grünanteil, geringer Versiegelung und Mulden zur Regenwasserrückhaltung bietet der Entwurf sinnvolle Ansätze zur Klimaanpassung. Markantes Gestaltungsmerkmal ist ein rotes Band, auf dem Angebote zur Nutzung für unterschiedliche Zielgruppen aufgereiht sein werden, etwa Schaukeln, Liegen und Picknicktafeln. So soll der Platz identitätsstiftendes Element für das Ebertal werden.
2. Platz: RB+P Landschaftsarchitektur
Den zweiten Platz im freiraumplanerischen Wettbewerb zur Gestaltung des Quartiersplatzes belegt das Büro RB+P Landschaftsarchitektur aus Kassel. Dieser Entwurf zeichnet sich durch ein durchdachtes Höhenkonzept aus und aktiviert dadurch alle Platzbereiche. Er kombiniert einfache gestalterische Mittel mit detaillierten Ideen bezüglich der Anforderungen des Klimawandels.
Entwurf von RB+P Landschaftsarchitektur
3. Plätze: hutterreimann landschaftsarchitektur und Querfeldeins
Der dritte Platz wurde doppelt vergeben.
Der erste dritte Preis ging an das Büro hutterreimann landschaftsarchitektur aus Berlin. Ihr Entwurf gliedert sich in eine bewegte und eine verbindende Platzseite. Mit einer markanten Formensprache werden diese Bereiche mittels Grünflächen verbunden.
Entwurf von hutterreimann landschaftsarchitektur
Der weitere dritte Preis wurde dem Büro Querfeldeins aus Dresden zugesprochen. Sie schlugen ein durchgehend grünes Band mittig auf den Quartiersplatz vor.
Beteiligung der Öffentlichkeit
Ausstellung der Gestaltungsentwürfe am 24. Februar
Die im Rahmen des Planungswettbewerbs eingereichten Entwürfe für den künftigen Quartiersplatz wurden am Dienstag, 24. Februar 2026, in Form einer Ausstellung präsentiert. Alle Göttinger*innen, insbesondere die Anwohner*innen des Ebertals, hatten die Möglichkeit, die Entwürfe anzuschauen, zu bewerten und zu kommentieren. Die Hinweise der Öffentlichkeit wurden mit in die Jurysitzung genommen, damit die Jury diese in ihrer Entscheidungsfindung berücksichtigen konnte. Die Veranstaltung wurde von ca. 40 Personen besucht.
Planungswerkstatt zum Quartiersplatz Grüne Mitte Ebertal am 24. Mai 2025© Stadt Göttingen
Planungswerkstatt
Um möglichst viele Wünsche und Bedarfe der Anwohner*innen mit aufzunehmen, konnten Menschen aus dem Ebertal im Rahmen einer Planungswerkstatt ihre Anmerkungen und Ideen mitteilen. Die Planungswerkstatt fand am Samstag, 24. Mai 2025, statt.
Eine Dokumentation der Planungswerkstatt fasst alle Rückmeldungen der Öffentlichkeit zusammen. Diese wurden ausgewertet, häufig genannte Punkte wurden in die Ausschreibungsunterlagen aufgenommen. Darüber hinaus wurden den Planungsbüros sämtliche Anregungen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Welche Wünsche in den Entwürfen berücksichtigt werden, lag bei den jeweiligen Planer*innen.
Als zusätzliche Möglichkeit der Mitbestimmung wurden während der Planungswerkstatt zwei Verfahrensbegleiter*innen sowie eine Stellvertretung gewählt. Diese Verfahrensbegleiter*innen nehmen gemeinsam mit Sachverständigen an den verschiedenen Terminen zum Wettbewerb teil und bringen die Perspektive der Öffentlichkeit in die Beratungen der Wettbewerbsjury ein.
Was ist ein freiraumplanerischer Wettbewerb?
Ein freiraumplanerischer Wettbewerb ist ein Verfahren, bei dem mehrere Büros für Landschaftsarchitektur oder Freiraumplanung Entwürfe für ein bestimmtes Gebiet entwickeln und in Konkurrenz zueinander einreichen. Eine Jury wählt anschließend den besten Entwurf aus. Dieser wird dann von dem erfolgreichen Büro weiterbearbeitet und umgesetzt.
Ein Planungswettbewerb beginnt zunächst mit einer Auslobung. Die Auslobung ist das Dokument, in dem Informationen zum Wettbewerbsgebiet, die Planungsaufgabe und die formalen Anforderungen des Wettbewerbes (Teilnahmebedingungen, Abgabefristen, Planformate etc.) beschrieben sind. Nach Veröffentlichung der Auslobung müssen die Teilnehmenden in einem vorgegebenen Zeitraum ihre Entwürfe für die gestellte Aufgabe einreichen. Diese werden geprüft und durch eine unabhängige und stark fachlich geprägte Jury bewertet. Auf diese Weise soll der beste Entwurf für die anstehende Aufgabe gefunden werden.
Wie so ein Planungswettbewerb abläuft, möchte die Göttinger Stadtverwaltung mit diesem Film anschaulich erklären.
Kontakt
| C. Gaßmann | |
| Zuständiger Fachdienst Stadtplanung Telefon: 0551/400-2554 | |
