Seiteninhalt
Parkraummanagement
© Stadt Göttingen / MischkeDas Göttinger Parkraummanagement ist ein wichtiger Hebel für die Mobilitätswende und das Erreichen der städtischen Klimaschutzziele. Es setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die für mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität, weniger Parksuchverkehre, eine höhere Barrierefreiheit und damit für eine höhere Verkehrssicherheit im Stadtgebiet und den einzelnen Quartieren sorgen.
Das Göttinger Parkraummanagement steuert das Angebot der Parkflächen und Parkgebühren, weist neue Bewirtschaftungsräume aus und widmet bestehende Parkflächen um. Mit der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung sollen Wohnquartiere von ruhendem Verkehr entlastet und Parksuchverkehre reduziert werden – dabei spielt auch das digitale Parkleitsystem eine wichtige Rolle. Durch Umwidmungen von vorhandenen Parkflächen entsteht zudem Raum für Vorhaben des Klimaschutzes und der Klimaanpassung. Das Parkraummanagement geht mit dem Ausbau der Fuß- und Radinfrastruktur einher und möchte mehr Menschen für die Nutzung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes gewinnen. Das heißt mehr und mehr Göttinger Bürger*innen gehen zu Fuß, fahren Fahrrad oder steigen in den Bus.
Die Bausteine des Göttinger Parkraumanagements werden von flankierenden Maßnahmen wie der Konzeption von Mobilitätsstationen, dem Ausbau der Radinfrastruktur, dem Ausbau der geteilten Mobilität wie Car-Sharing, E-Scooter oder der Leila-Lastenräder begleitet.
Umwidmung von Parkraum
Im Rahmen des Göttinger Parkraummanagements finden immer wieder Umwidmungen von Parkflächen statt. So werden aus ehemaligen PKW-Stellplätzen Radabstellflächen oder es entstehen Beete, Pflanzen oder Sitzgelegenheiten, die die Aufenthaltsqualität in den Quartieren nachhaltig verbessern. Die Umwidmungen schaffen darüber hinaus Platz für Begrünungs- und Bewässerungsmaßnahmen, um den städtischen Raum an den Klimawandel anzupassen.
Parkraumbewirtschaftung
Die Parkraumbewirtschaftung zielt darauf ab, Wohngebiete vom parkenden Verkehr zu entlasten. Durch eine gezielte Steuerung des Parkraumangebots sollen das Parkverhalten, der Parksuchverkehr, die Verkehrsnachfrage sowie die Verkehrsmittelwahl zugunsten des Fuß- und Radverkehrs sowie des ÖPNV, beeinflusst werden. Durch die Reduzierung des Dauerparkens in den Quartieren entsteht mehr Platz und Aufenthaltsqualität. Folglich können sich insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen, Eltern mit Kinderwagen oder Schulkinder besser und sicherer durch die Quartiere bewegen. Auch Rettungskräfte und die Göttinger Entsorgungsbetriebe kommen schneller durch.
Bisher werden in Göttingen die Nordstadt sowie Teile der West- und Südstadt bewirtschaftet. Die Bewirtschaftung der Oststadt wird ab 1. Juli 2025 umgesetzt. Das hat der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 10. März 2025 beschlossen. Hierzu wird eine sogenannte Parkraumbewirtschaftungszone eingerichtet, in der dann ab dem 1. Juli 2025 Parkgebühren anfallen werden.
Fragen und Antworten zur neuen Parkraumbewirtschaftung im Ostviertel.
Im Klimaplan Verkehrsentwicklung sind zudem weitere Bereiche für die Parkraumbewirtschaftung vorgeschlagen, für die in den kommenden Jahren Konzepte erarbeitet und umgesetzt werden sollen.
Parkgebühren
Die Anpassung der Parkgebühren ist ein weiterer Baustein des Göttinger Parkraummanagements. Ab 1. Juli 2023 wurden die Parkgebühren in den Parkzonen 1 und 2 erhöht. Und wie bereits Mitte 2024 politisch beschlossen, wird ab 1. Januar 2025 eine weitere Erhöhung der Parkgebühren umgesetzt.
Ein Anlass für die Erhöhung ist eine neue, EU-weit geltenden Regelung, nach der ein Teil der städtischen Parkplätze zukünftig mit 19 Prozent Umsatzsteuer belegt werden muss. An dieser Steuer sollen die Parkenden in Göttingen direkt beteiligt werden. Zudem sollen die Mehreinnahmen aus den Parkgebühren in wichtige Maßnahmen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung fließen.
Die Festsetzung der neuen Gebühr orientiert sich an den derzeitigen Preisen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), den Parkhaus-Gebühren sowie der Preispolitik anderer deutscher Städte. Die Anpassung der Parkgebühren soll auch dazu beitragen, dass mehr Menschen auf den ÖPNV, das Radfahren oder das Zufußgehen umsteigen.
Bewohnerparken
Aufgrund der Ermächtigungsverordnung des Landes Niedersachsen darf die Stadt Göttingen seit März 2021 in eigener Zuständigkeit und im eigenen Ermessen die Höhe der Gebühren für das Bewohnerparken festsetzen. Ein Bewohnerparkausweis berechtigt zum zeitlich unbegrenzten Parken in einer Bewohnerparkzone und garantiert keinen Stellplatz.
Die Einführung höherer Gebühren für das Bewohnerparken in Quartieren mit erheblichem Parkraummangel ist ein Baustein des Göttinger Parkraummanagements, entspricht den Zielen des Klimaplans Verkehrsentwicklung und des Klimaplans Göttingen 2030 und stellt ein wirkungsvolles verkehrsplanerisches Instrument im Bereich des Parkraummanagements dar.
Gebühren für Bewohnerparkausweise
Die Bewohnerparkausweise in Göttingen kosten ab 1. Januar 2025 jährlich 120 Euro. Die Gebühren werden gestaffelt angepasst.
Nach der Steigerung zum 1. Januar 2025 werden sie im Jahr 2026 auf 150 Euro und im Jahr 2027 auf 180 Euro erhöht.
Die Verwaltung hat bei den Bewohnerparkausweisen eine Bemessung nach den durchschnittlichen Betriebskosten vorgenommen. Sie steht damit im Einklang mit den Empfehlungen der Agora Verkehrswende, die in einer überschlägigen Berechnung die Bereitstellungskosten für einen Pkw-Parkplatz zum Beispiel in Berlin mit etwa 220 Euro angibt. Für Göttingen ergeben sich Bereitstellungskosten im Wert von 211 Euro.
Parkraumüberwachung
Um das Parkraummanagement wirkungsvoll für die Verkehrswende zu nutzen, ist eine Überwachung des Parkraums wichtig. Für diese Überwachung gehen Mitarbeitende des Fachdienstes Ordnung durch die Quartiere. In Göttingen soll ein zeitgemäßes, an zukünftigen Bedarfen angepasstes Konzept erarbeitet werden, dass unter anderem auch die Reduzierung des Gehwegparkens zum Ziel hat.
Parken digital
Parkleitsystem mit PARCO-App
Freie Parkplätze in Göttingen zu finden und dorthin zu gelangen ist dank eines neuen Parkleitsystem einfacher. Mit der Smartphone-App PARCO kann man sich umfassend über das Parkplatzangebot informieren und sich zum passenden Parkplatz navigieren lassen. Derzeit werden fünf Parkhäuser und ein Parkplatz im Innenstadtbereich angezeigt. Darüber hinaus informieren vier digitale Tafeln an den Einfallstraßen der Stadt Göttingen über freie Parkplätze. Das Angebot soll in der Zukunft erweitert werden.
Nach der Zieleingabe zeigt PARCO die Parkmöglichkeiten in der Nähe des gewünschten Zielortes. Die App liefert nützliche Informationen über den Stellplatztyp, die Möglichkeit zum Laden eines E-Fahrzeugs, die Parkgebühren für die erste Stunde sowie Informationen über das Parkobjekt. Im gesamten Innenstadtgebiet wird außerdem angezeigt, wo Autofahrer*innen am wahrscheinlichsten einen freien Stellplatz finden können. Auch über die Entfernung zum eigentlichen Zielort inklusive der Laufzeit für den Fußweg gibt die App Auskunft. Ist ein Platz ausgewählt, navigiert PARCO über die bestmögliche Route zum Wunschparkplatz.
Parken per Parkster-App
Autofahrer*innen benötigen für das Lösen eines digitalen Parkscheins die App Parkster auf ihrem Smartphone. Die kostenlose App ist für Android-Endgeräte auf Google Play sowie für das iPhone im App Store erhältlich. Eine Registrierung in der App ist empfehlenswert, denn es erleichtert das Starten eines Parkvorganges und ermöglicht eine monatsweise Bezahlung auf Rechnung sowie per Kreditkarte. Für den Parkvorgang geben Autofahrer*innen das Kennzeichen und die Parkdauer in der App auf dem Smartphone ein.
Die Taktung sowie der Tarif entsprechen dem Parkschein am Parkautomaten, sofern der Nutzende registriert ist. Autofahrer*innen können mit ihrem Handy die Parkzeit im Rahmen der Höchstparkdauer verlängern. Kehren sie früher zu ihrem Fahrzeug zurück, beenden sie den digitalen Parkschein vorzeitig und sparen so unnötige Parkgebühren.
Die Nutzung der App ist auch ohne Registrierung möglich, als sogenanntes Express-Parken. Hier kostet jeder Parkvorgang zusätzlich 0,50 Euro. Der Parkvorgang beim Express-Parken kann direkt per Apple Pay, Debit- oder Kreditkarte sowie PayPal bezahlt werden. Das Lösen eines digitalen Parkscheins über Parkster ist im gesamten bewirtschafteten Gebiet der Stadt Göttingen möglich. Dies erkennen Autofahrer*innen an der grünen Parkster-Beschilderung.
Stellplatzsatzung
Die Stellplatzsatzung regelt, wie viele PKW- und Radparkplätze bei Neubauten nachgewiesen werden müssen. Die aktuelle Stellplatzsatzung in Göttingen wurde im Jahr 2017 beschlossen. Bei der Neufassung wurden Maßnahmen zur Förderung der Nutzung des Umweltverbunds durch die zukünftigen Bewohner*innen festgelegt, die zur Reduktion der Anzahl zu schaffender Stellplätze führen.
Fahrradparken in Göttingen
Beim ADFC-Fahrradklimatest belegt die Stadt Göttingen immer wieder vordere Plätze als „Fahrradfreundliche Kommune“ in der Ortsgrößenklasse 100.000 bis 200.000 Einwohner*innen. Allerdings wird bei der Auszeichnung stets der Mangel benannt, dass es zu wenige sichere Radabstellanlagen in der Innenstadt gibt und es somit zu vielen Diebstählen kommt. Um die Stadt als fahrradfreundliche Kommune noch attraktiver zu gestalten und damit mehr Menschen für den Umstieg auf das Rad zu gewinnen, werden kontinuierlich weitere Abstellmöglichkeiten geschaffen. Bei der Auswahl neuer Radstellplätze werden die Anforderungen der Nahversorgung, die intermodale Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln des Umweltverbundes und insbesondere auch der Bedarf für E-Bikes, Pedelecs und Lastenräder mitgedacht.
Die Stadtwerke Göttingen bieten in ihrem Parkhaus Hospitalstraße direkt am Wochenmarkt sichere und trockene Abstellplätze für insgesamt 98 Räder auf zwei Ebenen sowie 10 Stellplätze für Lastenräder oder Fahrräder mit Anhänger an. E-Bike- und Pedelec-Besitzer*innen können eines der 18 Schließfächer am Eingang anmieten und dort auch den Akku zum Laden anschließen. Weitere sichere Abstellmöglichkeiten stellen die jeweils fünf E-Fahrradboxen am Wochenmarkt und am Parkhaus Groner Tor bereit.
Gehwegparken
Das Gehwegparken wird im Modellquartier Untere Südstadt neu geordnet. Ursprünglich war geplant, dass die neuen Regelungen ab 1. September 2025 gelten und ab Mittwoch, 1. Oktober 2025, für falsches Parken Bußgelder fällig werden. Der Start des Modellprojekts wurde auf das Jahr 2026 verlegt. Grund sind Baustellen im Quartier, die den Parkdruck schon jetzt erhöhen. Anfang des Jahres 2026 wird der genaue Zeitpunkt auch mit Blick auf die Baustellensituation festgelegt. Nach dem Start werden die ersten vier Wochen bei Kontrollen nur Verwarnungen ausgesprochen, nach einem Monat werden für das Falschparken dann Gebühren fällig.
Hier gibt es Fragen und Antworten zum Gehwegparken in der Südstadt
