Otfried-Müller-Haus: Modern, barrierefrei und technisch auf dem neuesten Stand (Visualisierung)© Wolff Gruppe GmbH
Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant, die Wiedereröffnung als Theater für das Frühjahr 2028. Die Kosten belaufen sich auf voraussichtlich 24,8 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Reserve von etwa 3,2 Millionen Euro für unvorhersehbare Arbeiten und Preissteigerungen. Die Steigerung der geplanten Kosten von rund 23 auf 24,8 Millionen Euro resultiert aus den für die Entwurfsplanung durchgeführten genauen Untersuchungen von vorhandenen Schadstoffen, der historischen Bausubstanz, der besonderen Bodenbeschaffenheit sowie weiterer Maßnahmen zum Erhalt der Platanen und den Anforderungen des Jungen Theaters.
Stadtbaurat Frithjof Look: „Unsere Sanierung verbindet die historische Bausubstanz mit moderner Technik. Wir entwickeln das Gebäude gemeinsam zu einem modernen Theater und zu einem lebendigen Treffpunkt mitten in der Stadt.“
Kulturdezernentin Anja Krause fügt hinzu: „Mit dem modernisierten Otfried-Müller-Haus gewinnt Göttingen nicht nur ein Stück Bau- und Theatergeschichte zurück, sondern stärkt auch seine kulturelle Anziehungskraft. Seit fast 50 Jahren ist das Junge Theater am Wochenmarktplatz beheimatet. Alle Göttingerinnen und Göttinger werden endlich diesen so wichtigen Ort für Theater, Kultur und Begegnung zurückgewinnen.“
Heimkehr des Jungen Theaters Göttingen
Seit 1976 ist das Junge Theater Göttingen in dem traditionsreichen Gebäude zu Hause. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird es in sein vollständig modernisiertes und erweitertes Stammhaus zurückkehren. Geplant ist, dass dort an rund 300 Tagen im Jahr gespielt wird – mit einem Programm, das von Schauspiel und Musical über Kinder- und Jugendtheater bis hin zu interaktiven Formaten reicht.
Sanierung des Otfried-Müller-Hauses© Wolff Gruppe GmbH
Mehr Platz und neue Möglichkeiten
Die beiden denkmalgeschützten Hauptteile – die Villa und der Saalbau – werden originalgetreu restauriert. Dabei werden historische Details wie Deckenmalereien, Fenster und die Fassadengestaltung behutsam erneuert. Gleichzeitig erhält das Gebäude eine komplett neue technische Infrastruktur: moderne Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Bühnentechnik und Sicherheitssysteme.
Ein Neubau an der Nordseite des Hauses wird die Nutzungsmöglichkeiten erweitern. Hier entstehen eine Bühne für Proben und kleinere Aufführungen, Künstler*innengarderoben und Aufenthaltsräume, eine Schneiderei für Kostüme, Werkstätten und Lagerräume sowie eine moderne Anlieferzone für LKW. Auch der Große Saal, das Herzstück des Theaters, wird aufgewertet. Er bietet künftig 235 Sitzplätze, bei Sonderveranstaltungen bis zu 400. Eine neue Bühnen- und Lichttechnik sorgt dafür, dass hier modernste Produktionen stattfinden können.
Barrierefreiheit und Sicherheit im Fokus
Erstmals wird das Otfried-Müller-Haus für alle Menschen uneingeschränkt zugänglich. Dafür sorgen barrierefreie Eingänge mit Rampen, zwei neue Aufzüge, behindertengerechte Toiletten, ein All-Gender-WC sowie eine verbesserte Wegeführung im Haus. Bei der Sanierung werden auch alle brandschutztechnischen Vorgaben umgesetzt. Zudem findet eine umfassende Schadstoffsanierung statt, um ein gesundes Raumklima zu schaffen – ein wichtiger Schritt nach dem langen Leerstand.
Auch die Außenanlagen rund um das Gebäude werden neugestaltet. Dabei knüpft das Konzept an den ursprünglichen Garten von Karl Otfried Müller an. Grünflächen, ein Gründach über dem neuen Anbau und eine harmonische Einbindung in den Wochenmarkt sollen das Haus auch von außen zu einem einladenden Ort machen.
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