Mit der Eröffnung des Stadtfriedhofes im Jahr 1881 wurden auch die beiden Torhäuser an der damaligen Groner Chaussee (heutige Kasseler Landstraße) errichtet. Das östliche Torhaus, ursprünglich als Leichenhaus erbaut, wurde zunächst auch als Kapelle genutzt, da der Bau der eindrucksvollen Kapelle an der Platanenallee erst in den Jahren 1899 und 1900 verwirklicht werden konnte. Im März des Jahres 1900 beschlossen die städtischen Gremien die Umwandlung der alten Friedhofskapelle in eine Leichenhalle. Das Torhaus-Gebäude war nun, wie ursprünglich vorgesehen, nur noch Leichenhaus und Verwaltungsgebäude.
Mit wachsendem Ausbau des Städtischen Friedhofs wurden nicht nur die Friedhofsflächen, sondern auch die Zweckbauten zu klein. Zwischen 1907 und 1909 entstand für 2800 Mark ein Vorbau am Leichenhaus.
1921 wurde ein Wagen- und Geräteschuppen gebaut, der sich unmittelbar an die Abortanlage neben der Leichenhalle anschloss. In den Jahren 1920 und 1921 wurden Mittel für die erstmalige Einrichtung einer elektrischen Beleuchtung des Verwaltungsgebäudes und Leichenhauses bereit gestellt. Nachdem ab 1952 zwischenzeitlich ein Teil des Leichenhauses auch zu einem Blumenladen ausgebaut worden war, wurden bis zum Bezug des Neuen Rathauses im Jahr 1979 die Räumlichkeiten von der Verwaltung des damaligen Garten- und Friedhofsamtes genutzt.In den folgenden Jahren blieb das Torhaus weitgehend ungenutzt, sieht man von den Sargträgern ab, die dort Umkleide und Waschmöglichkeiten hatten.
Erst mit der Zusammenlegung der Verwaltungen der Friedhöfe Grone, Geismar und des Stadtfriedhofes im Jahr 1985 wurden die Räumlichkeiten des Torhauses wieder in Anspruch genommen. Nach Auszug der Friedhofsverwaltung, die ab 1993 auf dem Parkfriedhof Junkerberg nunmehr endgültig zentralisiert wurde, waren einige Räume noch von städtischen Dienststellen als Büroraum belegt. Im Jahr 2003 endete dann die Nutzung als Verwaltungsgebäude endgültig.