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Neugestaltung Weender Straße Mitte und Jacobikirchhof
Entwurfsplanung zur Neugestaltung der zentralen Fußgängerzone Göttingens als klimaangepasster, lebendiger öffentlicher Raum für Alle
© WES Landschaftsarchitektur
Die Weender Straße ist das Herzstück der Göttinger Fußgängerzone, inmitten der historischen Altstadt und 1A-Lage für Dienstleistung und Handel. Als eine der frühesten Fußgängerzonen in Deutschland wurde sie seit Beginn der 1970er Jahre in mehreren Abschnitten umgestaltet. Den planerischen Zeitgeist dieser Epoche dokumentieren, 50 Jahre später, auch noch der mittlere und nördliche Teil. Gestalterische und funktionale Mängel veranlassten 2008 die Durchführung eines freiraumplanerischen Wettbewerbs, in dessen Ergebnis der südliche Teil der Weender Straße inkl. Kornmarkt und Rathausmarkt bis 2014 umgebaut wurde. Aktuell wird nun die Neugestaltung des mittleren Teils der Weender Straße inklusive des Jacobikirchhofs geplant.
Die Entwurfsplanung wird durch das Programm „Resiliente Innenstädte“ mit Mitteln der Europäischen Union gefördert. Ein Umsetzungszeitraum für das Vorhaben steht noch nicht fest und ist abhängig von den bereitgestellten finanziellen und personellen Ressourcen.
aktueller Stand
Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung im Frühjahr 2025 wurden verschiedene Entwurfs-Varianten vorgestellt. Die Rückmeldungen der Öffentlichkeit wurden seitens der Verwaltung gebündelt und fachlich bewertet. Unter Einbeziehung der Ergebnisse der Beteiligung sowie eines externen Baumgutachtens hat der Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke in seiner Sitzung am 6. November 2025 entschieden, dass die Weender Straße nach Planungsvariante 2 weiter ausgearbeitet werden soll. Der Jacobikirchhof soll nach Variante 1 geplant, aber mit multifunktionalen Sitzgelegenheiten im Schatten der Bestandbäume versehen werden. Die Planungen für den neuen Spielplatz auf dem Jacobikirchhof sollen unter Einbeziehung der Rückmeldungen der Öffentlichkeit und den örtlichen Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden. In der Zwischenzeit steht eine Murmelbahn zum Spielen bereit.
Die Entwurfsplanung wird nun entsprechend finalisiert und soll 2026 fertiggestellt werden. In den kommenden Jahren wird sich die Verwaltung um Fördermittel bemühen, um die Ausführungsplanung und den Umbau der Weender Straße in diesem Abschnitt umzusetzen. Die Bestandsbäume in der Weender Straße bleiben so lange wie möglich stehen und werden erst im Rahmen von Bauarbeiten und nach wiederholter Vorlage der Planung im Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke entfernt.
Mehr Informationen zu den Planungsvarianten und dem Baumbestand sowie zur Öffentlichkeitsbeteiligung finden Sie in den folgenden Abschnitten.
Öffentlichkeitsbeteiligung
Online-Umfragen
Alle Interessierten waren von Montag, 14. April, bis einschließlich Mittwoch, 7. Mai 2025, eingeladen, in einer Online-Umfrage zur Neugestaltung der Weender Straße und des Jacobikirchhofs Hinweise zu den Planungsvarianten abzugeben. In einer separaten Spielplatz-Umfrage erhielten Kinder die Möglichkeit, Spielgeräte zu bewerten, die künftig auf dem Jacobikirchhof stehen könnten.
Informationsveranstaltung vor Ort
Außerdem fand am Freitag, 25. April 2025, im Gemeindehaus St. Jacobi, Jacobikirchhof 2, ein Informationsangebot vor Ort statt.
Zu sehen war zum einen eine Ausstellung, in der die Vorentwurfsplanung und ihre Varianten vorgestellt wurden. Hier hatten Besucher*innen die Möglichkeit, Fragen zu klären und ihre Rückmeldungen zur Vorplanung auf Fragebögen mitzuteilen. Junge Besucher*innen konnten ihre Meinung zum geplanten Spielplatz hinterlassen.
Zum anderen fand am Abend eine Informationsveranstaltung statt, in der der Planungsstand erläutert wurde. Die Öffentlichkeit hatte die Möglichkeit, Fragen zu stellen und die Planungen zu kommentieren.
Mit über 300 Beiträgen – online und vor Ort – sind die Beteiligungsangebote gut angenommen worden. Die Dokumentation der Beteiligung kann hier eingesehen und heruntergeladen werden.
Ziele der Planung
Der Kernbereich der Fußgängerzone soll, mit unverwechselbarem Charakter, als Stadtmittelpunkt gestärkt werden. Die Aufenthaltsqualität soll für unterschiedliche Zielgruppen gesteigert werden, durch Familienfreundlichkeit, ein nachhaltiges Lichtkonzept, Möglichkeiten für konsumfreies Verweilen, Barrierefreiheit, Sichtbarmachung des Wissenschaftsstandorts und Maßnahmen zur Klimaanpassung (z.B. kühlende Elemente, Trinkwasserspender, Regenwasserrückhalt und Nutzung, Verschattung, optimierte Baumstandorten etc.). Der Jacobikirchhof ist einer der wenigen, innerstädtischen Plätze. Sein Potenzial als Ruhe- und Spielbereich soll besser ausgeschöpft werden. Außerdem bildet er das Bindeglied zwischen Weender und Jüdenstraße und ist damit die Anbindung an den Busring. Für die Neugestaltung des Jacobi Kirchhof stimmt sich die Stadt mit der Kirchengemeinde als Eigentümerin ab.
Bestandssituation
Als eine der frühesten Fußgängerzonen in Deutschland wurde die Weender Straße seit Beginn der 1970er Jahre in mehreren Abschnitten umgestaltet. Sie ist zwar das Herzstück der Göttinger Fußgängerzone, inmitten der historischen Altstadt, weist in diesem Abschnitt aber aktuell gestalterische und funktionale Mängel auf:
- Mangelhafte Ausstattung, wie fehlende und veraltete Sitzgelegenheiten, in die Jahre gekommener, unebener Pflasterbelag, Hauptleitungen für Schmutz- und Regenwasser, die im gesamten Straßen Bereich erneuert werden müssen.
- Die Straße und auch der Jacobikirchhof weisen einen hohen Grad der Versiegelung auf, zudem befördert der dunkle Pflasterbelag die eine Aufheizung.
- Der Spielplatz auf dem Jacobi Kirchhof ist in die Jahre gekommen, die Spielgeräte, sind größtenteils defekt und können daher aktuell nicht mehr genutzt werden.
Der Jacobikirchhof ist von besonderer Bedeutung, da er einer der wenigen innerstädtischen, öffentlich zugänglichen, Plätze ist. Sein Potenzial als Ruhe- und Spielbereich wird derzeit nicht ausgeschöpft. Außerdem bildet er das Bindeglied zwischen Weender und Jüdenstraße und ist damit die Anbindung an den ÖPNV (Busring).
Der Jacobi Kirchhof befindet sich im Eigentum der Kirchengemeinde, ein Nutzungsvertrag regelt die langfristige Verwendung als öffentliche Platzfläche.
Baumbestand
© WES LandschaftsarchitekturDie bestehende Baumreihe in der Weender Straße dient aktuell der Kühlung und Aufenthaltsqualität. Die Bäume haben einen schwierigen Standort: Hitzestress, hohe Versiegelung, mangelhafte Wasserzufuhr und Belüftung sowie relativ kleine Baumgruben. Dennoch sind die Bäume aktuell noch als vital einzustufen. Die Klimaveränderung wird die Schwierigkeiten der Baumstandorte in Zukunft allerdings noch verstärken. Im Bestand ist die Optimierung der Baumstandorte nur begrenzt möglich.
Ein weiteres Problem: Die Wurzelbereiche der Baumreihe sind aktuell von Leitungen durchzogen. Im Falle notwendiger Arbeiten an Leitungen würden die Bestandsbäume in Zukunft gefällt werden müssen. Nach aktuellen Richtlinien könnte dann nicht einmal ein neuer Baum wieder auf die Leitungen gepflanzt werden.
Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe hat sich ausführlich mit verschiedenen Planungsvarianten befasst. Das Ergebnis: Eine Neugestaltung, die den Erhalt der Bäume vorsieht, wäre zum einen nicht realistisch umsetzbar und zum anderen auch langfristig keine nachhaltige Lösung im Sinne der Klimaanpassung.
Selbst wenn alle Leitungen im Wurzelbereich verblieben, stillgelegt würden und neu an anderer Stelle verlegt würden, wäre der Erhalt der Bäume nicht realistisch: Die quer verlaufenden Hausanschlussleitungen müssen zwingend erneuert und teilweise verlegt werden, außerdem ist für die Herstellung der neuen Oberflächen flächendeckend ein neuer Unterbau von ca. 70 cm Tiefe herzustellen und zu verdichten. Diese Maßnahmen allein schädigen die Bestandsbäume in einem Ausmaß, dass ihr Überleben sehr unwahrscheinlich macht.
Die Neugestaltung der Weender Straße Mitte soll dafür genutzt werden, diesen öffentlichen Raum, langfristig resilient gegenüber Klimafolgen zu machen, hierfür ist es sinnvoll neue Baumstandorte vorzusehen, die bessere Bedingungen für Bäume bieten und Konflikte mit Leitungslagen in Zukunft vermeiden.
Die Gegebenheiten für den Baumbestand, die großen Linden, auf dem Jacobikirchhof sind anders. Zwar sind auch diese Baumstandorte von Hitzestress, hoher Versiegelung, mangelhafter Wasserzufuhr und Belüftung geprägt, aber die Neugestaltung bietet hier die Möglichkeit die Bedingungen für die Bestandsbäume deutlich zu verbessern.
Die Situation des Baumbestands und die Planungen, die ihre Entnahme und eine Neupflanzung von Bäumen an besser geeigneten Standorten vorsehen, hat große Aufmerksamkeit und Kritik in Presse und Öffentlichkeit erfahren. Um die weiteren Entscheidungen auf einer verbesserten Informationsgrundlage fällen zu können, wurden im Sommer Schachtungen im Erdreich durchgeführt und ein externes Gutachten durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Baumpflege, Verkehrssicherheit von Bäumen und Baumwertermittlung in Auftrag gegeben. Aufgabe des Gutachters war eine Gegenüberstellung zweier Szenarien: dem Erhalt der elf Bestandsbäume über die Baumaßnahme sowie neuer Pflanzungen auf der anderen Seite der Straße.
Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass der Erhalt der Bäume im Rahmen der Baumaßnahme nicht nachhaltig ist. Zusätzlich zu den unvermeidlichen Schäden durch die Baumaßnahme wurden bei der Untersuchung der Baumbeete Stahlträger in unmittelbarer Stammnähe aufgefunden, die die Lebenserwartung der Bäume bereits jetzt stark verringern. Anstatt die Bäume in zu kleinen Baumgruben zu erhalten, empfiehlt das Gutachten die Neupflanzung von geeigneten klimafesten Baumarten auf zukunftsfähigen Standorten mit großzügigen Baumgruben, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen. Das Gutachten beurteilt die vorliegende Planung der neuen Standorte als geeignet und gibt weiterführende Hinweise etwa zur Auswahl der Baumarten und Baumgrößen.
Das vollständige Baumgutachten kann hier eingesehen und heruntergeladen werden.
Planung Weender Straße Mitte
Die Planung für den Bereich Weender Straße Mitte sieht neue Baumstandorte auf der östlichen Straßenseite vor. (Warum die Bestandsbäume nicht erhalten bleiben können, siehe oben unter Bestandssituation)
Eine Baumreihe auf der Ostseite der Straße soll langfristig einen größeren Hitzeschutz und Verschattung für Fassade und Bodenbelag bieten. Die hierfür notwendige Umverlegung von Bestandsleitungen wird von der Stadt Göttingen mit den Leitungsträgern abgestimmt.
Der Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke hat im November 2025 entschieden, dass die Planungen für die Weender Straße auf Grundlage der Variante 2 erfolgen sollen. Es sollen dabei so viele neue Bäume wie möglich eingeplant und in großen, möglichst verbundenen Baumbeeten gepflanzt werden. Dabei sollen bereits größere Bäume gepflanzt werden, die von Beginn an eine verschattende Funktion haben. Sitzgelegenheiten sollen mit Verschattungselementen ausgestattet werden, bis die Baumkronen der neuen Bäume eine ausreichende Verschattung gewährleisten.
Nachfolgend sind die drei im Vorfeld entwickelten Planungsvarianten beschrieben. Sie unterscheiden sich in der Position der Bäume und ergänzender Verschattungselemente.
Variante 1 | Variante 2 | Variante 2a |
In der Variante 1 wird eine durchgehende Baumreihe auf der östlichen Straßenseite der Weender Straße mit einem Abstand zur Fassade von ca. 4,50 Metern und einem Längsabstand von 8,15 Metern geplant. Der Baumabstand entspricht in etwa dem der Bestandsbäumen auf der Westseite der Weender Straße.
In der Variante 2 werden Bäume in unterschiedlich großen Gruppen auf der östlichen Straßenseite der Weender Straße mit einem Abstand zur Fassade von ca. 4,50 Metern und einem variierenden Längsabstand eingeplant. Durch die Baumanordnung ist etwas geringerer Hitzeschutz und Schattenspende für Fassade und Bodenbelag möglich, jedoch sind weniger Kollisionen mit Hausanschlussleitungen zu erwarten, auf die man ggf. flexibler reagieren kann.
In der Variante 2a werden zusätzlich zu den Bäumen der Variante 2 Verschattungselemente aus Netzen ergänzt, die mit Rankpflanzen begrünt werden. Es ist geplant, die Schattendächer an den Fassaden abzuspannen. Alternativ ist eine Befestigung an Stahlstützen möglich. Diese Schattendächer ergänzen den Hitzeschutz und die Schattenspende für Fassade und Bodenbelag zusätzlich zu den geplanten Bäumen.
Zukunftsfähige Baumstandorte
Für die Bäume sind begrünte Baumscheiben als Tiefbeete mit einer Mindestgröße von 1,80 x 3,00 Meter und unterirdischen Baumgruben von mindestens 34 Kubikmeter Volumengröße sowie Belüftungsstutzen und Regenwasserzuleitung über Straßenabläufe mit Filter als Luft‐ und Bewässerungsschacht vorgesehen. Bei einigen Bäumen ist eingeplant, die Baumscheiben miteinander zu verbinden, um größere Grünflächen zu schaffen. Die Zuwegung zu den Geschäften ist seitlich möglich.
Gestaltung
Die Weender Straße soll gemäß des gestalterischen Gesamtkonzeptes in Fortsetzung der bereits geplanten und gebauten südlichen Fußgängerzone hergestellt werden. Es ist vorgesehen, Straßenbelag und Zonierung, sowie Ausstattungselemente fortzuführen.
Die Dreierzonierung des Straßenraumes setzt sich fort: Die Gehwegbereiche vor den Fassaden werden mit orthogonalen, in Reihe verlegten gelb‐rot‐grauen Granitplatten belegt, der Hauptverkehrsbereich der Fußgängerzone wird mit der gleichen Plattengröße und Materialität versehen. Jedoch in einem Fischgrätverband verlegt. Begleitet werden Gehweg‐ und Hauptverkehrsbereich durch ein Bord‐ und Gossenband. Dieses setzt sich farblich gegenüber den gelb‐rot‐grau changierenden Bereichen dezent ab und akzentuiert die Dreierzonierung. Die Barrierefreiheit ist gewährleistet.
Flächen für die Sondernutzung (Kunsthandwerkstände, Außengastronomie, Aufsteller und Warenauslage) sind gemäß Vorgabe in der Planung berücksichtigt. Jedoch ist die Breite der Flächen im Bereich der Baumstandorte auf etwa 1,00 Meter zu reduzieren, um die Begehbarkeit nicht zu behindern.
Planung Jacobikirchhof
Das Niveau des Platzes um die Kirche soll etwa auf die Höhe der Baumscheiben vor dem Westportal angehoben werden. So entstehen entlang der Häuserfassaden zwei Gassen und ein Plateau um die Kirche.
Das Plateau wird über zwei steinerne Stufen umlaufend erschlossen. Das Plateau und die Kirchenzugänge werden weiterhin barrierefrei, über Rampen mit geringer Steigung, zugänglich sein. Es soll großflächig entsiegelt und begrünt werden, so dass anfallendes Regenwasser (auch vom Kirchendach) verdunstet und gespeichert wird. Auf diese Weise werden die bestehenden Baumstandorte der großen Linden verbessert und gesichert.
Die Erhöhung ermöglicht außerdem eine Neugestaltung, ohne Eingriff in die archäologisch relevante Ebene des ehemaligen Friedhofes. Die bestehende Baumkranz wird um zwei Baumneupflanzungen im nordwestlichen Bereich ergänzt.
Nach Beschluss des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke im November 2025 soll für den Jacobikirchhof die Planungsvariante 1 weiterverfolgt werden. Die Bestandsbäume werden erhalten, ihre Standorte verbessert und zusätzliche Baumstandorte ergänzt. Die Anzahl der Stellplätze für die Kirchengemeinde bleibt erhalten, da der Bedarf hier in Zukunft weiter dringend besteht. Im Vergleich zum Istzustand kann auch in dieser Variante viel Fläche entsiegelt und anfallendes Regenwasser den Bestandsbäumen zugeführt werden.
Parkplatzvarianten
Die Südostecke des Jacobi Kirchhofes wird im Bestand durch die Kirchengemeinde als Parkplatz genutzt, diese möchte die Anzahl der Stellplätze erhalten.
Hierzu gibt es zwei Planungsvarianten:
Variante 1 | Variante 2 |
Variante 1 erhält die heutige Anzahl mit acht Stellplätzen. Eine Begrünung des Kirchhofes findet nur im nördlichen Bereich statt. Wie im jetzigen Bestand ist in dieser Variante ein Ausparken bei voller Belegung der Parkplätze nur möglich, indem rückwärts über den Bürgersteig gefahren wird.
Variante 2 reduziert die Anzahl der Stellplätze auf vier. Die Begrünung erfolgt rund um das Kirchengebäude. Auf diese Weise wird auch das Dachwasser auf der Südseite (welches über Wasserspeier auf den Kirchhof fällt) der Vegetation zugeführt. In dieser Variante müssten die Mitglieder der Kirchengemeinde beim Ausparken nicht rückwärts über den Bürgersteig fahren.
Planung Spielplatz
Spielplatz Neubau
© WES LandschaftsarchitekturDer Spielplatz auf dem Jacobikirchhof ist aktuell nicht nutzbar. Mit der Umgestaltung des Kirchhofes soll auch ein neuer Spielplatz errichtet werden. Dieser soll an selber Stelle, nordöstlich der Jacobikirche, wieder errichtet werden. Hier ist eine gute Verschattung gegeben und der Zugang zum Heizungskeller der Kirche kann, wie bisher, gut in die Gestaltung des Spielplatzes integriert werden.
Durch die Neugestaltung an selber Stelle werden außerdem Eingriffe in die archäologisch relevante Ebene und die Wurzelbereiche der Bäume vermieden.
Für den Spielplatz wird ein Gerüst vorgeschlagen, das mit unterschiedlichen Spielgeräten bestückt werden kann. In der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden denkbare Spielgeräte kommentiert. Diese Hinweise werden nach Möglichkeit bei der Ausarbeitung der Planung berücksichtigt.
Übergangslösung
Da der Zeitraum für den Neubau des Spielplatzes und der gesamten Umgestaltung des Kirchhofes noch nicht feststehen, hat die Beschäftigungsförderung aus den alten Materialien des abgängigen Spielplatzes eine Murmelbahn gebaut. Diese steht ab sofort zum Spielen auf dem Jacobikirchhof bereit. Passende Holzmurmeln sind bei der Tourist Information (Markt 8) sowie im Café Dean&David am Jakobikirchhof (Adresse: Weender Str. 60) für 0,50 Euro pro Stück erhältlich.
Grundlagen der Planung
Gesamtkonzept für die zentrale Fußgängerzone
Im Rahmen eines Planungswettbewerbs wurde bereits 2008 ein Gesamtkonzept für die Gestaltung der zentralen Fußgängerzone in Göttingen erstellt. Der erste Bauabschnitt vom Kornmarkt bis zum Nabel inklusive des Rathausmarkts wurde bis 2014 entsprechend umgestaltet. 2024 haben die Planungen für den zweiten Bauabschnitt vom Nabel bis zur Jüdenstraße (Weender Straße Mitte) begonnen. Die Planung orientiert sich gestalterisch am vorhandenen Gesamtkonzept für die zentrale Fußgängerzone. Ziel der Umgestaltung ist eine lebendige, klimaangepasste Fußgängerzone, die eine hohe Aufenthaltsqualität für alle Bevölkerungsgruppen bietet.
Modellprojekt für Klimaanpassung
Der Göttinger Stadtwasserhitzeplan setzt sich mit den räumlichen Auswirkungen durch den Klimawandel in der Stadt Göttingen auseinander. Er identifiziert Fokusräume, mit besonderem Handlungsbedarf und stellt Instrumente bereit, den Herausforderungen von Hitze und Starkregen zu begegnen. Der Planungsbereich wurde im Stadtwasserhitzeplan als Modellprojekt untersucht. Dieser innerstädtische Bereich weist eine hohe Hitzebetroffenheit am Tag und eine sehr hohe Hitzebetroffenheit in der Nacht auf, die sich in Zukunft noch verstärken wird.
Obwohl es in der Straße selbst keinen unmittelbaren Überflutungsschwerpunkt gibt, fungiert die Weender Str. Mitte aber als Fließweg bei Starkregen. Wasser fließt dann oberflächlich von höher gelegenen Flächen (Wilhelmsplatz) in Richtung Kreuzung Mühlenstraße/Gotmarstraße ab, wo ein Überflutungsschwerpunkt besteht (maximale Wassertiefen von 50 bis 100 Zentimeter).
Die Untersuchung des Stadtwasserhitzeplans empfehlen für den Planungsbereich Maßnahmen zur Entsiegelung und Begrünung. Außerdem werden hydrologisch optimierte Baumstandorte empfohlen, so positioniert, dass sie die größtmögliche Verschattung von Straßenraum und Fassaden gewährleisten. Diese Empfehlungen sind in der vorliegenden Planung berücksichtigt worden.
Kontakt
| M. Haibt | |
| Zuständiger Fachdienst Stadtplanung Neues Rathaus Hiroshimaplatz 1-4 37083 Göttingen Telefon: 0551/400-2557 | |
