Der Cheltenhampark soll aufgewertet und zukunftsfähig gemacht werden. Die Stadt Göttingen hatte die Bürger*innen nach ihren Ideen, Anregungen und Kommentaren für die Neugestaltung gefragt. Für das Vorhaben stehen Fördermittel aus dem Förderprojekt „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, betreut durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), zur Verfügung. Ziel ist ein attraktiver Park für Bürger*innen unter Berücksichtigung von Themen wie Klimaschutz und -anpassung, Förderung der Biodiversität und Regenwassermanagement.
Großes Interesse
2.044 Interessierte informierten sich im Beteiligungszeitraum auf der Projektwebseite www.cheltenhampark.de. 851 digital ausgefüllte Fragebögen und weitere rund 150 per Post eingesandte Fragebögen gingen in die Auswertung ein. Zusätzlich erfolgten auf der Projektwebseite 329 Eintragungen auf einer interaktiven Karten zu „Hier gefällt es mir“, „Hier muss sich etwas verändern“ und „Hier habe ich schon eine Idee“. Registriert wurden 5.205 Zustimmungen und 1.972 Ablehnungen auf Einträge. Dieses "Crowdmapping", auch "Kartendiskussion" genannt, ist ein Werkzeug, um übersichtlich auf einer Karte Bürger*innen zu beteiligen.
Wichtiger Park für die Göttinger*innen
Das Thema weckte Interesse bei Jung und Alt. 66 Prozent der Fragebogen-Teilnehmer*innen sind zwischen 26 und 65 Jahre alt. 48 Prozent wohnen in der Innenstadt, 44 Prozent in anderen Stadtteilen. „Mehr als 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer leben und wohnen also in Göttingen. Das macht deutlich: Der Cheltenhampark ist der Park der Göttingerinnen und Göttinger, er ist ihnen sehr wichtig“, resümiert Gudrun Friedrich-Braun, die Leiterin des Fachbereichs Stadtgrün und Umwelt der Stadt Göttingen.
Klimaschutz und Klimaanpassung
Die Fachbereichsleiterin fährt fort: „Es gibt eine hohe Akzeptanz für den Park, so wie er ist, der Gesamtcharakter soll sich nicht verändern.“ Fast 50 Prozent der Teilnehmer*innen gaben an, dass die Natürlichkeit und die Begrünung sowie der Klimaschutz und Klimaanpassung bei der Umgestaltung besonders wichtig sind. „Das stimmt mit den Anforderungen aus dem Förderprojekt ‚Aufwertung des Cheltenhamparks unter Berücksichtigung und Förderung der Klimaanpassungsfunktion, der biologischen Vielfalt, der Naherholung und der Umweltbildung‘ gut überein“, so Friedrich-Braun, „die Mehrheit wünscht sich, den wertvollen Baumbestand im Park zu erhalten. Aber auch wildes Blühen soll in einigen Bereichen zugelassen werden.“
Angebote für alle Generationen
Gewünscht werden mehr Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten (20 Prozent der Befragten), Angebote für alle Generationen (12 Prozent) sowie Spielangebote (11 Prozent). Genannt wurde auch der Wunsch nach ‚Ruhiger Gastronomie‘ im Park. Vermisst wird von der Mehrheit eine öffentliche Toilette.
Der Schwänchenteich wird als zentraler Ort im Park gesehen. Er solle attraktiver und nachhaltig gestaltet werden, wünschen sich die Göttinger*innen. Häufige Nennungen waren: naturnahe Gestaltung, Neugestaltung des Ufers, Verbesserung der Wasserqualität und Bereiche für Spiel und Sport, dazu gehören ein Wasserspielplatz, Klettermöglichkeiten wie ein Kletterschiff aus Holz und Multifunktionsflächen.
Barrierefreiheit
Am 10. März hatte zusätzlich eine Online-Veranstaltung zur Neugestaltung des Cheltenhamparks mit rund 40 Teilnehmer*innen stattgefunden. Dabei wurde außerdem angeregt, die Ein- und Übergangsbereiche in den Park aufzuwerten und auch das Thema Barrierefreiheit mitzudenken.
Aus den Rückmeldungen im Beteiligungsverfahren ergibt sich für die Radverkehrsführung, obwohl nicht direkt danach gefragt wurde: Die Mehrheit ist für ein Verbot des Radverkehrs im Park und die Führung des Radverkehrs außen herum. Vorschläge bezogen sich zudem auf die konkrete Führung in Richtung Hainholzweg und Schildweg, um den nordöstlichen Parkbereich zu entlasten.
Wettbewerb
Für die Neugestaltung wird es einen Wettbewerb unter bis zu 15 Büros für Landschaftsarchitektur geben. Anregungen aus dem Beteiligungsverfahren sollen in die Aufgabenstellung für den Wettbewerb einfließen. Im nächsten Schritt wird geprüft, welche Aspekte Eingang in die Auslobung finden. Die Landschaftsarchitekturbüros erfahren damit, was den Nutzer*innen des Parks wichtig ist und können das bei ihren Entwürfen berücksichtigen. Sie bekommen darüber hinaus definierte Zugriffsrechte auf Anregungen aus der Bürger*innenbeteiligung. Eine Jury aus Fachleuten und weiteren Akteur*innen aus Göttingen küren voraussichtlich Ende dieses Jahres drei Preisträger*innen des Wettbewerbs.
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