Ziele
Die Neugestaltung der Groner-Tor-Straße ist als letzte große Straßenbaumaßnahme im Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt“ vorgesehen. Das Planungsbüro Pesch Partner Architekten│Stadtplaner GmbH aus Dortmund erarbeitete im Auftrag der Stadt erste Entwürfe für den Umbau der Groner-Tor-Straße. Ziele sind, eine attraktive Empfangssituation in die Innenstadt zu schaffen, die Belange von Fußgänger*innen stärker zu berücksichtigen und ein höheres Sicherheitsempfinden der Verkehrsteilnehmer ebenso zu erreichen wie eine bessere Aufenthaltsqualität für den Kauschietenplan, den kleinen Platz auf der Südseite der Straße.
Antworten der Bürger*innen
Die Teilnehmer*innen des Online-Beteiligungsverfahrens konnten sich zu drei Abschnitten äußern: westlicher Straßenverlauf von der Kreuzung bis zur Kommende, östlicher Straßenverlauf von der Kommende bis zur Groner Straße sowie zum Kauschietenplan. Einzelheiten dazu gibt es hier.
Westlicher Straßenabschnitt
Die Entwürfe sehen für den westlichen Straßenabschnitt zwei Varianten vor, einmal mit einer begrünten Mittelinsel und einmal als Allee. Beide Vorschläge stoßen bei den Teilnehmer*innen auf Zustimmung, mit Tendenz zur Allee.
Die Mehrheit ist dafür, den freien Rechtsabbieger von der Bürgerstraße in die Groner-Tor-Straße zu erhalten. Unterschiedlich wird jedoch das Thema Stellplätze bewertet. So gibt es Stimmen für Kurzzeitparkplätze für die ansässigen Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe genauso wie für die Entfernung aller Stellplatzflächen und eine komplette Sperrung für den Kfz-Verkehr.
Zahlreiche Anregungen zielen darauf ab, die Straße fahrradfreundlicher zu machen. Gewünscht werden breitere oder separat geführte Radwege und Abstellanlagen. Der Wallübergang für Fußgänger*innen solle sichtbar und sicher gestaltet werden, wurde mehrfach geäußert. Zusätzlich seien weitere Fußgängerüberwege im Straßenverlauf notwendig.
Östlicher Straßenabschnitt
Für den östlichen Straßenabschnitt gibt es aufgrund begrenzter Flächen nur eine Planungsvariante. Der Entwurf wird sehr positiv bewertet. Wesentliche Anregungen sind, widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge zu vermeiden, das Tempo des Verkehrs zu reduzieren, dem Radverkehr Vorrechte einzuräumen, beispielsweise durch eine eigene Fahrradspur. Auch hier wird die Notwendigkeit von Fußgängerüberwegen betont, eine Idee dazu ist ein regenbogenfarbener Zebrastreifen. Außerdem kamen Anregungen, die historische Bedeutung der Kommende und die Wegeverbindung des Kanals optisch besonders hervorzuheben.
Kauschietenplan
Für den Kauschietenplan wurden zwei Varianten mit einer zusätzlichen Untervariante abgefragt. Beide Entwürfe entfernen die heutigen Stellplätze komplett und schaffen einen innenstadtnahen, begrünten Platz für eine bessere Aufenthaltsqualität. Beide Varianten für eine „grüne Oase“ werden positiv bewertet mit einer leichten Tendenz zu Variante 2. Die Mehrheit möchte, dass der Platz komplett umfahrbar ist.
Zur Entfernung der Parkplätze gibt es auch hier gegensätzliche Meinungen, die Mehrheit ist jedoch zugunsten der Aufenthaltsqualität dafür. Ein Platz, der zum Verweilen einlädt, löst bei Anwohner*innen jedoch auch Bedenken aus, beispielsweise werden nächtliche Ruhestörungen befürchtet. Für die Attraktivität des Platzes wurden außerdem Ideen wie eine inszenierende Beleuchtung, Skulpturen oder andere Kunstwerke eingebracht.
Statistik zu den Antworten
Im Einzelnen bewerteten die Bürger*innen die Entwürfe wie folgt:
Westlicher Straßenverlauf
Variante 1: 77 Stimmen (lange Mittelinsel)
Variante 2: 97 Stimmen (Allee)
Ich möchte, dass alles so bleibt, wie es ist: 5 Stimmen
Mir gefallen beide Varianten: 4 Stimmen
Östlicher Straßenverlauf
Mir gefällt der Entwurf: 85 Stimmen
Ich möchte, dass alles so bleibt, wie es ist: 10 Stimmen
Kauschietenplan
Variante 1: 27 Stimmen (mit Bänken eingerahmter Bereich)
Variante 1B: 32 Stimmen (wie oben, jedoch nicht umfahrbar)
Variante 2: 72 Stimmen (Bauminseln)
Ich möchte, dass alles so bleibt, wie es ist: 8 Stimmen
Mir gefallen alle drei Varianten: 4 Stimmen
Weitere Planung
Die Vorentwurfsvarianten werden nun anhand der Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung überarbeitet und weiterentwickelt. Die politischen Gremien sind in den Entwurfsprozess kontinuierlich eingebunden. Je nach Pandemie-Lage soll es im Verlauf weitere Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger*innen geben.
Anregungen oder Meinungen zu dieser Mitteilung können Sie direkt an IhreMeinung@goettingen.de senden. Wir leiten Ihre Nachricht an den zuständigen Fachdienst weiter.
