Neun Teams aus den Bereichen Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung hatten ihre Pläne und Modelle in dem nichtoffenen Wettbewerb anonym eingereicht. Das Preisgericht aus 15 stimmberechtigten Mitgliedern vergab die ersten drei Plätze. Dabei war das Votum für den 1. Preis einstimmig, die Jury empfiehlt das Konzept von Querfeldeins zur Umsetzung für die 7,5 Hektar große Fläche. Den 2. Platz belegt die gemeinsame Einsendung von pape+pape architekten aus Kassel, Thomas Schüler, Architekten Stadtplaner aus Düsseldorf und plandrei Landschaftsarchitektur aus Erfurt. Preisträger auf dem 3. Platz ist der Wettbewerbsbeitrag von studiopenta Fuhrich Knüppe Architekten Part GmbB, fehlig moshfeghi architekten BDA und Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns, alle aus Hamburg.
Besondere Wohnangebote und sozialer Wohnraum in attraktiver Lage
Oberbürgermeisterin Petra Broistedt erläutert: „Mit dem Wettbewerbsergebnis haben wir einen großen und wichtigen Schritt zur Entwicklung des Wohngebiets Lange Rekesweg getan. Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf bietet die Möglichkeit, besondere Wohnangebote und sozialen Wohnraum in attraktiver Lage zu verwirklichen. Im Rahmen einer Konzeptvergabe können sich dafür grundsätzlich alle Interessierten bewerben. Das reicht von privaten Interessent*innen über Baugemeinschaften bis hin zu Investoren. Die Entscheidung der Jury ist einstimmig und im Konsens mit allen politischen Vertreter*innen gefallen. Ich freue mich auf die Realisierung. Grone bekommt damit eine attraktive Erweiterung.“
Frithjof Look, Dezernent für Planen, Bauen und Umwelt ergänzt: „Mit dem Entwurf von Querfeldeins hat die Jury ein Büro prämiert, das uns bereits aus dem Wettbewerb „Cheltenhampark“ bekannt ist. Der Entwurf ist im Vergleich zu den anderen Beiträgen eigenständig, weil er auf die nördliche Bebauung verzichtet und der Landschaft mehr Raum gibt. Das vorgeschlagene Baufeld im Süden ist kompakt, versiegelt vergleichsweise wenig Fläche und ist in seiner Aufteilung und abschnittsweisen Realisierung sehr flexibel. Die dörfliche Struktur Alt-Grones wird in angemessener Weise ergänzt.“
Preisgerichtsbewertung
„Der Beitrag ist eine Arbeit, die kreativ und zukunftsweisend mit den Anforderungen des Ortes umgeht und ein gutes neues Wohnquartier in Grone entstehen lassen kann“, heißt es in der Preisgerichtsbewertung über die Arbeit des Büros Querfeldeins aus Dresden. Der Ansatz für das Baufeld im Süden wird als „mutig und sinnvoll“ bewertet. Sechs Wohnhöfe sowie ein Mobilityhub und der Bestandsreiterhof ordnen sich nach Auffassung der Jury konsequent um die Quartiersmitte an und lassen „die Entwicklung von gut funktionierenden Nachbarschaften erhoffen“. Besonderes Lob bekommen „die kleineren multifunktionalen Retentionsflächen in den Wohnhöfen“ als „Element der wassersensiblen sowie identitätsstiftenden Quartiersplanung“.
Plätze zwei und drei
Bei der Arbeit von pape+pape architekten aus Kassel, Thomas Schüler, Architekten Stadtplaner aus Düsseldorf und plandrei Landschaftsarchitektur aus Erfurt auf Platz zwei überzeugen die Jury insgesamt die „städtebaulichen Setzungen, die Großzügigkeit der Freiflächen und die Angemessenheit der vorgeschlagenen Flächenfunktionen. Es entstünden drei Flächen unterschiedlicher Größe für eine neue Bebauung. Kritisch gesehen wird dagegen der südöstliche Bereich im Übergang zum Reiterhof.
Beim Konzept aus Hamburg von studiopenta Fuhrich Knüppe Architekten Part GmbB, fehlig moshfeghi architekten BDA und Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns würdigt die Jury „den Ansatz der Ortserweiterung mittels dorftypischer Wohninseln und offener Freiraumgestaltung bei überdurchschnittlich hoher Gesamtwohnfläche“. Die Verfasser*innen schlagen ein Konzept von sechs als „Warften“ bezeichneten Wohnhöfen mit gemischten Wohnungstypen vor, die zwar „ein großes Potential an Identifikationskraft“ ermöglichten, jedoch die Verbindung zum Ortskern vermissen ließen, so die Jury.
Beteiligung der Bürger*innen
Als weiteres Element der Bürger*innenbeteiligung konnten Interessierte die Wettbewerbsbeiträge im Vorfeld der Jury-Entscheidung ansehen und kommentieren. Etwa 100 Bürger*innen nahmen an der Veranstaltung in der Mehrzweckhalle Grone teil und gaben ihre Meinung zu den Beiträgen auf 125 Kommentarzetteln ab, die im Anschluss der Jury vorgelegt wurden. Bereits im April 2022 hatte die Stadt Göttingen zu einer Veranstaltung eingeladen, um Bürger*innen von Anbeginn in die Planung des neuen Quartiers einzubeziehen. Dabei waren auch vier Bürgervertreter*innen ausgelost worden, die nun an der Jurysitzung teilnahmen und ohne Stimmrecht mitdiskutierten.
Birgit Sterr, Ortsbürgermeisterin in Grone: „Mit viel Engagement, guten Anregungen und Ideen sowie konstruktiver Kritik haben sich Gronerinnen und Groner zusammen mit anderen Interessierten in den Wettbewerb eingebracht. Mein besonderer Dank gilt den vier Bürgervertreterinnen und -vertretern, die zusätzlich Zeit und Mühe investiert haben, um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Preisgericht zu vertreten. Und auch wenn in dieser frühen Phase noch nicht alle Details des künftigen Wohngebiets Lange Rekesweg geklärt sein können, bin ich überzeugt, dass die neuen Nachbarschaften unseren Stadtteil bereichern und stärken werden.“
Weitere Informationen
Das Wettbewerbsergebnis ist den Mitgliedern des Bauausschusses in der Sitzung vom 23. Februar 2023 vorgestellt worden. Alle eingereichten Arbeiten werden öffentlich ausgestellt, Ort und Termin werden noch bekanntgegeben. Weitere Informationen zum geplanten Modellquartier Lange Rekesweg und zu den Wettbewerbsbeiträgen sind online unter goe.de/lange-rekesweg zu finden.
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