Während in vielen Kommunen Sirenen zwingend auf eine externe Stromversorgung angewiesen sind, setzt Göttingen auf solarbetriebene, autarke Systeme. Das ermöglicht ihren Einsatz auch bei großflächigen Stromausfällen. Göttingen zählt damit zu den wenigen Kommunen in Niedersachsen, die bereits in diesem Umfang auf solargestützte Warntechnik setzen. Durch diese Vorreiterrolle fungiert Göttingen als Referenzmodell dafür, wie eine klimafreundliche und zugleich hochgradig krisensichere Alarmierungstechnik flächendeckend realisiert werden kann.
An diesen Standorten werden die solarbetriebenen Sirenen als Pilotprojekte betrieben:
- Auf dem Hagen: Die Sirene auf einem eigenen Mast wird primär durch Sonnenenergie betrieben, als technische Redundanz dient hier die Straßenbeleuchtung.
- Gartetalbahnhof: Hier wurde eine vollständig autarke Anlage auf einem Dreibeinstativ montiert. Die Ausstattung mit zwei Solarpanels ermöglichte eine Installation ohne Eingriffe in die Bausubstanz. Diese Lösung, die zeigt, wie moderne Technik flexibel integriert werden kann.
Die Anlagen sind so dimensioniert, dass sie auch ohne externe Stromzufuhr innerhalb von 48 Stunden mindestens zwanzig Mal Alarm schlagen oder wichtige Sprachdurchsagen wiedergeben können.
„Die neuen Sirenen sind ein echter Meilenstein im Göttinger Warnmittelmix“, unterstreicht Frank Dittrich, Leiter der Göttinger Berufsfeuerwehr. „Im Ernstfall ermöglichen sie eine schnelle und effektive Warnung der Bevölkerung.“ Mit den Pilotprojekten erhofft er sich wichtige Erkenntnisse für den Katastrophenschutz, von denen auch andere Kommunen in Niedersachsen profitieren können. Die Sirenen seien aber nur ein Teil des Warnmixes, so Dittrich. „Ich empfehle, dass die Göttinger*innen insbesondere Warn-Apps auf ihren mobilen Geräten installieren.“ Über das Modulare Warnsystem (MoWaS) werden Warnungen mit weiteren wichtigen Informationen direkt an diese Apps, aber auch per Cell Broadcast an mobile Geräte sowie an den Rundfunk und an offizielle Portale ausgespielt.
Mehr als ein Heulton: Gezielte Warnung durch Sprachdurchsagen
Mit der Einführung der neuen Sirenenanlagen wird die Warnung der Bevölkerung und Alarmierung der Feuerwehr außerdem durch die Möglichkeit ergänzt, Sprachdurchsagen auf Deutsch und Englisch zu tätigen. So können bei toxischen Gasen, Überschwemmungen oder Evakuierungen bei Kampfmittelbeseitigungen Hinweise und Handlungsanweisungen direkt an die Bevölkerung gegeben werden. Die Systeme melden zudem aktiv ihren Zustand sowie den Ladezustand der Akkus an die Leitstelle, was eine hohe Betriebssicherheit garantiert.

Wichtige Termine für die Öffentlichkeit
- Städtischer Probealarm: jeden ersten Samstag im Monat
- nächster Termin am Samstag, 1. August 2026, um 12.00 Uhr
- Bundesweiter Warntag
- Donnerstag, 10. September 2026. Um 11.00 Uhr erfolgt die Warnung mit einem einminütigen auf- und abschwellenden Heulton, gefolgt von der Entwarnung gegen 11.45 Uhr.
Für die persönliche Vorsorge stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zudem die Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ bereit, die digital sowie in gedruckter Form im Neuen Rathaus und in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende zur kostenlosen Mitnahme ausliegen.
Anregungen oder Meinungen zu dieser Mitteilung können direkt an IhreMeinung@goettingen.de gesendet werden. Die Nachricht wird an den zuständigen Fachdienst weitergeleitet.
