Dem öffentlichen Gesundheitsdienst kommt bei der Bekämpfung der Tuberkulose eine zentrale Rolle zu.
Sofern eine meldepflichtige Tuberkuloseerkrankung vorliegt, werden sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes mit der Person in Verbindung setzen, um zu ermitteln und die weitere Vorgehensweise abzustimmen. Gegebenenfalls wird die Suche und Untersuchung von Kontaktpersonen und eventuell die Einleitung einer vorbeugenden Behandlung erforderlich sein.
Was ist Tuberkulose?
Tuberkulose (Tbc) ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die durch den bakteriellen Erreger Mycobacterium tuberculosis tröpfchenartig übertragen wird. Am häufigsten ist die Lunge das erkrankte Organ.
Da in Deutschland weniger Menschen als früher an einer Tuberkulose erkranken, besteht die Gefahr, dass die Symptome einer Tuberkulose nicht erkannt werden und die Krankheit erst verzögert festgestellt wird. Die Tuberkulose ist medikamentös meist gut behandelbar und heilbar.
Übertragungsweise und Krankheitsverlauf
Eine Übertragungsgefahr geht in der Regel von einem an offener Lungentuberkulose Erkrankten aus, indem über die Atemwege unbemerkt feinste Tröpfchen mit dem Erreger in die Luft gelangen. Dabei ist die Ansteckungsgefahr am höchsten, solange ein enger Kontakt zum Erkrankten besteht und noch bakterielle Erreger im Mikroskop nachweisbar sind.
Die Bakterien können von Kontaktpersonen eingeatmet werden und sich in der Lunge festsetzen. Die Infektion mit Tuberkulose erfolgt nicht so leicht wie bei anderen durch Aerosole übertragbare Krankheiten. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion nach Kontakt ist abhängig von der Ansteckungsfähigkeit des Erregers, der Menge der eingeatmeten Erreger, Intensität und Dauer des Kontaktes. Die Tuberkulosebakterien wachsen zudem sehr langsam. Daher kommt es meist erst nach Monaten oder auch Jahren zu einer Erkrankung mit Beschwerden. Das Risiko für eine Erkrankung ist in den ersten beiden Jahren nach Infektion (besonders im ersten Jahr) am höchsten. Trotz einer erfolgten Ansteckung kommt es in den meisten Fällen vor, dass die Erkrankung gar nicht ausbricht. Durch Tests kann geprüft werden, ob nach einem Kontakt eine Infektion stattgefunden hat. Dann kann der infizierten Person eine vorbeugende medikamentöse Behandlung, die den Ausbruch einer Tuberkuloseerkrankung verhindern soll, angeboten werden.
Der Verlauf einer Tbc kann sehr unterschiedlich sein. Die typischen Symptome sind langanhaltender Husten (auch mit Auswurf/Blut), Müdigkeit, Fieber, Nachtschweiß und ungewollte Gewichtsabnahme. Bei den oben genannten Symptomen sollte auch an eine Tuberkuloseerkrankung gedacht werden.
Diagnostik und Behandlungsweise
Im Regelfall findet eine körperliche Untersuchung, spezielle Laboruntersuchungen zum Nachweis des Erregers und anschließendes Röntgen der Lunge, durch die behandelnden Ärzte statt.
Eine Therapie der Krankheit erfolgt medikamentös mit sog. Antituberkulotika über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Normalerweise besteht nach wenigen Wochen, vorausgesetzt ist die regelmäßige und zuverlässige Einnahme der Medikamente, keine Ansteckungsgefahr mehr.
Maßnahmen des Gesundheitsamtes / Kontaktpersonen
Bei gemeldeten ansteckungsfähigen Tuberkuloseerkrankungen werden die Personen ermittelt, die Kontakt zum Erkrankten hatten.
Der Umfang einer Umgebungsuntersuchung ist abhängig von verschiedenen Faktoren, z.B. der Art der Erkrankung (offene/geschlossene Tbc), der Menge der Bakterienausscheidung, der Lebenssituation der erkrankten Person (Gesundheitszustand, Wohnsituation, Gemeinschaftsunterkünfte etc.) und die Art und Häufigkeit des Kontakts.
Untersuchungsmöglichkeiten für Kontaktpersonen sind:
- Röntgenaufnahme der Lunge bzw. / und Quantiferon Test (Bluttest)
Um eine Ansteckung mit Tuberkulose bereits sehr früh festzustellen, kann ein Test (QuantiFERON-TB-Gold In-Tube®) durchführt werden.
Sinnvoll ist es, diesen 6 – 8 Wochen nach dem letzten Kontakt zum Erkrankten durchzuführen, um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten. Eine frühere „Tbc-Impfung“ ist dabei nicht von Belang.
Ein positives Testergebnis bedeutet nicht automatisch, dass Kontaktpersonen an einer Tbc erkranken werden. Es wird an Hand des Ergebnisses geprüft, ob die Vorbeugung einer Tuberkuloseerkrankung mit Hilfe von Medikamenten empfohlen wird.
Für weitere Fragen steht Ihnen das Gesundheitsamt gern zur Verfügung.
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