Daniel Kehlmann, durch seinen Roman "Die Vermessung der Welt" berühmt geworden, liest am 19. Februar 2009, ab 20.00 Uhr in der Stadthalle auf Einladung des Literarischen Zentrums - in Kooperation mit NDRkultur" aus seinem neuen Werk "Ruhm - ein Roman in neun Geschichten". Es wird die einzige Lesung Kehlmanns in Niedersachsen sein.
Für "Die Vermessung der Welt" hatte Daniel Kehlmann im magischen Realismus Lateinamerikas nach dem literarischen Erbe Franz Kafkas gesucht. Während sein Bestseller weltweite Kreise zog, schien die gleichzeitig veröffentlichte Essaysammlung "Wo ist Carlos Montúfar" im Heckwasser des Erfolges zu verschwinden. Darin brach der Autor zu einer geistigen Vermessung westlicher Weltliteratur auf. Mit Bewunderung für den bissigen französischen Aufklärer Voltaire, Sympathie für die Außenseiter der europäischen Moderne Hamsun und Tolkien suchte Kehlmann seine roten Fäden vor allem in der US-amerikanischen Literatur Updikes und Salingers.
Im deutschsprachigen Nachkriegskanon fühlt sich der zwischen Berlin und Wien nomadisierende Österreicher wenig beheimatet. Daher seine Identifikation mit den Stiefkindern der Gruppe 47 und dem »sehr ernsten Spötter« Georg Kreisler. Ironie als Wesenselement seiner Romane schwingt auch in seinem nun erscheinenden "Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten" mit. Jedes Buch lasse er als »notdürftig aufgeräumte Baustelle« zurück. Der Literaturkritiker Joachim Scholl (Berlin) wird mit ihm dieses unfertig-fertige Haus besichtigen.
Zur Person Daniel Kehlmann (Pressetext Rowohlt Verlage)
Daniel Kehlmann
wurde 1975 als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler in München geboren. 1981 kam er mit seiner Familie nach Wien, wo er das Kollegium Kalksburg, eine Jesuitenschule, besuchte und danach an der Universität Wien Philosophie und Germanistik studierte. 1997 erschien sein erster Roman "Beerholms Vorstellung". Er hatte Poetikdozenturen in Mainz, Wiesbaden und Göttingen inne und wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Candide-Preis, dem Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Doderer-Preis, dem Kleist-Preis 2006 sowie zuletzt dem WELT-Literaturpreis
2007 ausgezeichnet. Kehlmanns Rezensionen und Essays erschienen in zahlreichen Magazinen und Zeitungen, darunter "Der Spiegel", "Guardian", "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Süddeutsche Zeitung", "Literaturen" und "Volltext". Sein Roman "Ich und Kaminski" war ein internationaler Erfolg, sein Roman "Die Vermessung der Welt", in bisher vierzig Sprachen übersetzt, wurde zu einem der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit. Daniel Kehlmann lebt als freier Schriftsteller in Wien und Berlin.